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S-Bahn Wien
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Die Wiener S-Bahn ist ein von den Ăsterreichischen Bundesbahnen (ĂBB) betriebenes und seit 1984 in den Verkehrsverbund Ost-Region (VOR) integriertes S-Bahn-System in Wien und NiederĂśsterreich. Sie nahm 1962 den Betrieb auf und wurde zunächst fast ausschlieĂlich als âSchnellbahnâ bezeichnet. Erst mit Fahrplanwechsel 2005/2006 wurde der Begriff âS-Bahnâ offiziell in Fahrplanaushängen und Lautsprecheransagen eingefĂźhrt. Schon vor der EinfĂźhrung des allgemeinen Verbundtarifs im Jahr 1984 war die Tarifgemeinschaft mit den innerstädtischen Verkehrsmitteln der Wiener Stadtwerke ein definierendes Merkmal der Wiener Schnellbahn.
Contents
⢠Linien
⢠Taktverkehr
⢠Liniengeschichte
⢠Stammstrecke
⢠Vorortelinie
⢠Geschichte
⢠Vorgeschichte
⢠Stationen
⢠Fahrzeuge
⢠Reihe 4030
⢠Reihe 4020
⢠Reihe 4024
⢠Reihe 4744/4746
⢠Reihe 4734/4736
⢠Andere Reihen
⢠Tarif
⢠Logo
⢠Information
⢠Wartungsanlagen
⢠Stromversorgung
⢠Unfälle
⢠Ausbauplanungen
⢠Siehe auch
⢠Literatur
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
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Linien
Taktverkehr
Die Intervalle betragen je nach Linie, Streckenabschnitt, Wochentag und Uhrzeit zwischen 10 und 120 Minuten. Durch Ăberlagerungen ergeben sich auf bestimmten Streckenabschnitten kĂźrzere Intervalle; auf der Stammstrecke wird inklusive der RegionalzĂźge ein 3-Minuten-Takt gefahren (mit LĂźcken). Auf allen Linien gibt es einen Grundtakt, von dem in vielen Fällen â besonders in der FrĂźh â abgewichen wird. Linien mit einem ganztägigen, täglichen und gleichmäĂigen Intervall sowie einem festen Streckenverlauf (z. B. S45) sind eher die Ausnahme. Auf manchen Streckenabschnitten ergänzen RegionalzĂźge den S-Bahn-Takt. Im November 2019 wurde bekanntgegeben, dass die Vorortelinie (S45) sowie die Stammstrecke zwischen Wien Floridsdorf und Wien Meidling und weiter nach MĂśdling ab dem Fahrplanwechsel der ĂBB am 15. Dezember 2019 wieder in den Nächten vor Sams-, Sonn- und Feiertagen im durchgehenden Nachtverkehr bedient werden sollen. Seit Fahrplanwechsel 2025 trifft dies auch auf die Linie S80 zu. Einen vergleichbaren durchgehenden Nachtbetrieb gab es bereits zwischen 2006 und 2010.
Linienverzeichnis
Seit der TeilerĂśffnung des neuen Hauptbahnhofes am 9. Dezember 2012 erfolgt die Bezeichnung der Liniencite-ref-netzplan-2-0[2] wieder nach dem Streckenverlauf (zuvor wurde nach Zielbahnhof/Fahrtrichtung unterschieden, siehe Liniengeschichte).
Die Bezeichnung der S-Bahn-Linien im Verkehrsverbund Ost-Region basiert auf dem Linienschema der Wiener StraĂenbahn. Die Nummerierung beginnt auf der Achse Richtung Nordosten und ist gegen den Uhrzeigersinn angeordnet. Linien Ăźber die Stammstrecke erhalten einstellige, alle anderen Linien zweistellige Nummern, jeweils mit dem Präfix S.
| Linie | Laufweg und Takt | Strecken |
|---|---|---|
| | Wien Meidling â 30Ⲡâ Gänserndorf â 60Ⲡâ Marchegg | Stammstrecke â Nordbahn â Marchfeldbahn |
| | MĂśdling â 30Ⲡâ Wien Rennweg â 30Ⲡâ Wien Floridsdorf â 30Ⲡâ Wolkersdorf â 60Ⲡâ Mistelbach (â Laa an der Thaya ) | SĂźdbahn â Stammstrecke â Nordbahn â Laaer Ostbahn |
| | Wiener Neustadt Hbf â 60Ⲡâ Leobersdorf â 30â˛/60Ⲡâ MĂśdling â 30Ⲡâ Wien Floridsdorf â 30Ⲡâ Korneuburg â 60Ⲡâ Stockerau â Hollabrunn | SĂźdbahn â Stammstrecke â Nordbahn â Nordwestbahn |
| | Wiener Neustadt Hbf â 60Ⲡâ Leobersdorf â 30â˛/60Ⲡâ MĂśdling â 30Ⲡâ Wien Floridsdorf â 30Ⲡâ Stockerau â â60â˛/120Ⲡâ Absdorf-Hippersdorf (â Tullnerfeld ) | SĂźdbahn â Stammstrecke â Nordbahn â Nordwestbahn â Lokalbahn AbsdorfâStockerau (â Franz-Josefs-Bahn â Tullnerfelder Bahn ) |
| | Wolfsthal â 60Ⲡâ Flughafen Wien â 30Ⲡâ Wien Rennweg â 30Ⲡâ Wien Floridsdorf | Pressburger Bahn â Donauländebahn â Aspangbahn â Stammstrecke |
| | Wien Franz-Josefs-Bahnhof â 30Ⲡâ Tulln Stadt â 60Ⲡâ St. PĂślten Hbf | Franz-Josefs-Bahn â Tullnerfelder Bahn |
| | Wien Handelskai â 10â˛/15â˛/30Ⲡâ Wien HĂźtteldorf | Donauuferbahn â Vorortelinie |
| | Wien Westbahnhof â 15Ⲡâ Unter Purkersdorf â 30Ⲡâ Eichgraben - Altlengbach | Westbahn |
| | Bruck an der Leitha â 30â˛/60Ⲡâ Wien Hauptbahnhof â 60Ⲡâ Ebenfurth â 60Ⲡâ Wiener Neustadt Hbf | Ostbahn â SĂźdbahn â Pottendorfer Linie |
| | Wien Aspern Nord â 30Ⲡâ Wien Hauptbahnhof â 30Ⲡâ Wien HĂźtteldorf | Marchegger Ostbahn â Laaer Ostbahn â Verbindungsbahn |
In den Netzplänen werden die Linien S1, S2, S3, S4 und S7, soweit sie Ăźber die Stammstrecke (Wien Meidling â Wien Floridsdorf) verlaufen, als LinienbĂźndel in rosa Farbe eingezeichnet.cite-ref-3[3] Die Fahrpläne sind so gestaltet, dass auf der Stammstrecke alle 3 bis 9 Minuten eine S-Bahn verkehrt.
Liniengeschichte
Am 1. Juni 1959 wurde die nach den Kriegsschäden des Zweiten Weltkriegs zum Teil neuerrichtete Strecke von Wien Floridsdorf ßber Wien Praterstern bis Wien Hauptzollamt mit der Bezeichnung Wiener Schnellbahn als häufig befahrene innerstädtische Bahnverbindung in Betrieb genommen, von Interesse hauptsächlich fßr nach Wien einpendelnde Arbeitskräfte.cite-ref-4[4] Anfangs wurden hier noch Dampf- und Dieselloks verwendet, und nicht alle von der Nordbahn kommenden Personenzßge fuhren bis zum Hauptzollamt.
Nach der ErĂśffnung der elektrifizierten Schnellbahn mit fixen Intervallen im Jahre 1962 (die anfangs, von Wien Meidling nordwärts, nur die spätere S1 nach Gänserndorf und die spätere S3 nach Stockerau umfasste) wurden lange Zeit keine Liniensignale verwendet. Erst mit der EinfĂźhrung des Verkehrsverbunds Ost-Region 1984 entschied man sich zur Vergabe von Liniennummern. Da es fĂźr die Linien der Stammstrecke nur einen SĂźdast (SĂźdbahn) gab, wurden die Liniennummern nach dem befahrenen Nordast vergeben (S1 Nordbahn, S2 Laaer Ostbahn, S3 Nordwestbahn); die Flughafenschnellbahn S7 fuhr ausschlieĂlich ab Wien Nord (heute: Wien Praterstern).
Im Gegensatz zu den Ăźblicherweise auf dem gesamten Streckenverlauf basierenden Linienbezeichnungen erfolgte von 2005 bis 2012 die Bezeichnung der Stammstreckenlinien in der Regel unabhängig vom Ausgangsort nach dem Zielort des Zuges. Diese Notwendigkeit ergab sich aus den zahlreichen KombinationsmĂśglichkeiten der vier sĂźdlichen mit jenen der vier nĂśrdlichen AuĂenäste. Daher erhielten die ZĂźge der Stammstrecke unterschiedliche Bezeichnungen je Fahrtrichtung (S1, S2, S3, und S5 Richtung Norden; S6, S9 und S15 Richtung SĂźden). Es gab folgende wesentliche Ausnahmen: ZĂźge Ăźber die Pottendorfer Linie erhielten zur Unterscheidung von den ZĂźgen Ăźber die SĂźdbahn unterschiedliche Linienbezeichnungen (S5 bzw. S6, die Station Wien Matzleinsdorfer Platz konnte nicht bedient werden); ZĂźge mit einem an bestimmten Tagen verkĂźrzten Zuglauf behielten auch in diesem Fall die Linienbezeichnung der Gesamtstrecke bei (z. B. S15 fĂźr am Wochenende in Wien Meidling endende ZĂźge, die montags bis freitags weiter bis Unter Purkersdorf verkehrten), und bei in Wien Floridsdorf endenden ZĂźgen war der Laufweg des Grundtakts maĂgeblich (z. B. S2 fĂźr Wien HĂźtteldorf bis Wien Floridsdorf). AuĂerdem wurde seit Fahrplanwechsel 2010 die Linie S7 in beiden Richtungen als solche bezeichnet; davor verkehrten die ZĂźge Richtung Norden als S8. Eine weitere Ausnahme war die Linie S15, welche als Stammstreckenlinie eine zweistellige Linienbezeichnung erhielt, um die VerknĂźpfung mit der Westbahn zu verdeutlichen.
Mit der Teilinbetriebnahme des Wiener Hauptbahnhofs zum Fahrplanwechsel 2013 wurden das Linienschema der S-Bahn Wien vereinfacht. Das richtungsbezogene System der Stammstreckenlinien wurde aufgelassen, die Anzahl der Linien halbiert: Die Linien S1, S2, S3 und S7 wurden beibehalten, während die Linienbezeichnungen S5 (nach Absdorf-Hippersdorf, jetzt S4), S6 (Pottendorfer Linie, jetzt S60), S9 (Sßdbahn, jetzt S3 bzw. S4) und S15 (Westbahn, jetzt S80) aufgegeben wurden.
Die Kursbuchnummer der Stammstrecke war ursprßnglich 12b, später 9; seit 2001 wird das Fahrplanbild mit 900 bezeichnet.
Aufgelassene Linienbezeichnungen
⢠Linie S5: Wiener Neustadt Hbf â Ebenfurth â Wien Meidling â Wien Floridsdorf â Stockerau â Absdorf-Hippersdorf
⢠Linie S6: Hollabrunn â Stockerau â Wien Floridsdorf â Wien Meidling â Ebenfurth â Wiener Neustadt Hbf
⢠Linie S8: Wolfsthal â Flughafen Wien-Schwechat â Wien Floridsdorf â Wien Leopoldau â Wien Stadlau â Wien Simmering â Wien SĂźdbahnhof (Ost)
⢠Linie S9: Zßge Richtung Sßden, welche zwischen Wien Floridsdorf und Wiener Neustadt Hbf entlang der Stammstrecke bzw. Sßdbahn endeten
⢠Linie S15: Zßge ßber die Stammstrecke und Verbindungsbahn nach Wien Hßtteldorf und in der Hauptverkehrszeit darßber hinaus Richtung Westen
⢠Linie S65: Wien SĂźdbahnhof (Ost) â Nickelsdorf und zurĂźck, bestand nur einige Jahre
Von 2000 bis 2005 gab es Regio-S-Bahnen (RSB), welche alle Stationen der Stammstrecke, jedoch nicht alle Haltestellen eines AuĂenastes bedienten. Diese Zuggattung wurde auf den Bahnsteiganzeigen jedoch nur mit dem Präfix S angezeigt.
Die S-Bahn-Strecken
Stammstrecke
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Hauptartikel
:
Stammstrecke
Die wichtigste Strecke des gesamten S-Bahnnetzes ist die im Herzen Wiens liegende S-Bahn-Stammstrecke Meidling â Floridsdorf, die von der Mehrzahl der S-Bahnlinien genutzt wird. Sie ist der zentrale Bestandteil des gesamten S-Bahnnetzes, da alle Stationen entlang der Strecke Umsteigepunkte zum restlichen Nah- und Fernverkehr sind. Auf der rund 13 Kilometer langen Strecke fahren täglich rund 640 ZĂźge, die ca. 270.000 Fahrgäste befĂśrdern. Im Fahrplanbuch der ĂBB ist die Stammstrecke unter der Fahrplanbildnummer 900 zu finden.
Vorortelinie
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Hauptartikel
:
Vorortelinie
Neben der Stammstrecke ist die von der Linie S45 (HĂźtteldorf â Handelskai) bediente Vorortelinie die zweite wichtige Strecke des S-Bahnnetzes in Wien. Sie verbindet die westlichen Bezirke Wiens. Viele Stationen sind wichtige Umsteigepunkte zum restlichen Nahverkehr.
Die AuĂenstrecken
Auf allen AuĂenstrecken stehen den einzelnen S-Bahnlinien, die Ăźber die Stammstrecke fĂźhren, keine eigenen Gleistrassen zur VerfĂźgung. Hier findet Mischverkehr mit dem restlichen Personen- und GĂźterverkehr statt. Die StreckenfĂźhrungen sind daher bei den jeweiligen Bahnstrecken beschrieben (siehe Linienverzeichnis oben). Dies gilt auch fĂźr den Abschnitt zwischen Wien Meidling und MĂśdling beziehungsweise Wiener Neustadt, bei dem es sich um die am stärksten befahrene Bahnstrecke Ăsterreichs handelt. Die Umlandlinien teilen sich ebenfalls die Gleistrassen mit dem Personen- und GĂźterverkehr; eine Ausnahme bilden dabei zum einen die Vorortelinie zwischen Wien Heiligenstadt und Wien Penzing, auf der reiner S-Bahnverkehr stattfindet, und zum anderen die Westbahn, die zwischen Wien HĂźtteldorf und Unter Purkersdorf mit zwei separaten Nahverkehrsgleisen ausgestattet ist. Diese stammen noch aus der Zeit der Dampfstadtbahn.
Folgende S-Bahn-Streckenabschnitte sind nur eingleisig ausgebaut:
⢠Wolkersdorf â Laa an der Thaya (S2)
⢠Stockerau â Hollabrunn (S3)
⢠Stockerau â Absdorf-Hippersdorf (S4)
⢠Gänserndorf â Marchegg (S1)
⢠Rennweg â MannswĂśrth â Flughafen Wien â Wolfsthal (S7)
⢠Wien HĂźtteldorf â Wien Penzing (S45)
⢠Wien HĂźtteldorf â St. Veit an der Wien (Station aufgelassen) (S80)
⢠Wien Heiligenstadt â Wien Brigittenau (S45)
⢠Tulln â St. PĂślten Hbf (S40)
Geschichte
Vorgeschichte
Die Wiener Stadtbahn, die der Commission fĂźr Verkehrsanlagen in Wien gehĂśrte und von den k.k. Staatsbahnen betrieben wurde, war in ihrer ursprĂźnglichen Betriebsweise Vorläufer der S-Bahn, da es sich um einen Vollbahnbetrieb handelte, der auch Lokalverkehr bewältigen sollte. Da bei ihrer Planung aber andere Faktoren wie Militärtransporte, Fernverkehr und dergleichen eine bedeutende Rolle spielten und die Bahn mit Dampflokomotiven betrieben wurde, stellte sich kein groĂer Erfolg ein.
Daher wurden in der Folge zahlreiche Vorschläge zur Verbesserung der Situation gemacht, doch scheiterten diese zumeist. Bei diesen Vorschlägen wurde im Allgemeinen kein Unterschied zwischen Vollbahn und U-Bahn gemacht, so dass viele Vorschläge unter der Bezeichnung âU-Bahnâ meistens Eisenbahnanlagen einschlossen. Die ursprĂźngliche Stadtbahnplanung enthielt mehr Strecken, als tatsächlich gebaut wurden; diese blieb bis 1951 rechtsverbindlich. Allerdings wurde die nach 1918 stillgelegte Wiener Dampfstadtbahn 1925 von der Wiener Stadtverwaltung als Wiener Elektrische Stadtbahn und im Tarifverbund mit der StraĂenbahn wiedererĂśffnet; fĂźr die Garnituren wurden in Wien HĂźtteldorf und Wien Heiligenstadt Wendeschleifen und bei der Station Gumpendorfer StraĂe Verbindungsgleise zum StraĂenbahnnetz errichtet, und die eingesetzten Wagen konnten auch auf der StraĂenbahn verkehren. Die Gleisverbindungen zum Vollbahnnetz wurden hingegen stillgelegt oder abgebaut. Die Stadtbahn schied damit fĂźr einen in die Region ausgreifenden Betrieb aus.
Als 1933 der Gemeindebau Wildganshof (3. Bezirk) erbaut wurde, wurde eine Bahntrasse zwischen den Gebäuden planmäĂig berĂźcksichtigt, so dass eine Hochbahnstrecke auf der Schneise mĂśglich gewesen wäre. Im Eingangsbereich der Anlage befindet sich eine Tafel, in der diese geplante Trasse als U-Bahn bezeichnet ist.
Nach dem âAnschlussâ von 1938 entwickelte die Siemens Bau Union mit städtischen Dienststellen ein kombiniertes U-Bahn- und S-Bahn-Netz, wobei letzteres von der Reichsbahn betrieben werden sollte. Das geplante Netz war zwar äuĂerst umfangreich, wegen des einsetzenden Krieges kam man Ăźber Probebohrungen jedoch nicht hinaus. In der Nachkriegszeit gab es neuerlich Vorschläge; diese hatten aber selten offiziellen Charakter. Ein Vorschlag von Otmar Denk aus dem Jahr 1947 sah dem später verwirklichten Projekt sehr ähnlich.cite-ref-5[5]
Das Wiener S-Bahn-Projekt
Nach dem Krieg mussten die zerstĂśrten Bahnanlagen wiederaufgebaut werden. Die Verbindungsbahn wurde schon damals in das Elektrifizierungsprogramm der Bundesbahnen aufgenommen, doch war man sich Ăźber die notwendigen Umbauten noch nicht im Klaren.cite-ref-6[6] 1954 erteilte Verkehrsminister Karl Waldbrunner den ĂBB den Auftrag, ein S-Bahn-Projekt fĂźr Wien auszuarbeiten, damit dieses beim Wiederaufbau der Strecken berĂźcksichtigt werden kĂśnne. Das hatte auch den Vorteil, dass ein solches Projekt im Gegensatz zu anderen wie beispielsweise U-Bahnen relativ leicht und billig zu realisieren war, was zu dieser Zeit besonders wichtig war. AuĂerdem war die starke Verkehrszunahme in der Zukunft schon damals absehbar. Es gab keinen Generalverkehrsplan; daher musste die Planung mit der Stadt Wien abgestimmt werden. Da die meisten Bauwerke der Verbindungsbahn stark beschädigt oder zerstĂśrt waren, kam der Wiederaufbau beinahe einem Neubau gleich. Zur Finanzierung wurde die Schnellbahn 1954 in das GroĂinvestitionsprogramm der Bundesregierung fĂźr Bundesbahnen, Post und Autobahnbau aufgenommen.
Anfang Juli 1955 lag das von der Bundesbahndirektion Wien ausgearbeitete Konzept vor, doch hatte vorerst der Aufbau anderer kriegszerstĂśrter Anlagen Vorrang. Beim Wiederaufbau des SĂźdbahnhofes wurde die S-Bahn aber schon berĂźcksichtigt. Wegen der Bedeutung der Bahn fĂźr den Stadtverkehr beschloss der Wiener Gemeinderat im April 1958, die Vorfinanzierung der ersten Ausbaustufe im AusmaĂ von 634 Millionen Schilling zu Ăźbernehmen. Fahrgastbefragungen in diesem Jahr ergaben auch, dass die meisten Fahrgäste von Nord- und Nordwestbahn daran interessiert waren, weiter in die Stadt zu fahren. Zwischen Bund und Stadt Wien wurde ein Abkommen geschlossen, das die RĂźckzahlung der Vorfinanzierung innerhalb von zehn Jahren vorsah; davon blieben drei Jahre tilgungsfrei. Die Stadt Wien verpflichtete sich, die Hälfte der Zinsen zu Ăźbernehmen und einem Gemeinschaftstarif zwischen S-Bahn und StraĂenbahn zuzustimmen.
Nun konnten die Bauarbeiten aufgenommen werden, doch kam es 1960 zu einer Finanzierungslßcke im städtischen Investitionsbudget, weshalb die Arbeiten mit wenigen Ausnahmen gestoppt wurden. Die halbfertigen Bauten behinderten aber den Verkehr enorm und schadeten dem Stadtbild. Es kam zu starker Kritik in den Medien, und so entschloss sich die Stadt Wien, 1960 und 1961 doch jeweils 180 Millionen Schilling zur Verfßgung zu stellen. Der vorgesehene ErÜffnungstermin, der 1. Jänner 1961, konnte aber nicht eingehalten werden, sondern wurde um mehr als ein Jahr hinausgezÜgert.
Die zwei ErĂśffnungen der Wiener Schnellbahn
Am 31. Mai 1959 wurden die NordbahnbrĂźcke wiedererĂśffnet und der Personenverkehr zwischen Floridsdorf und Praterstern am 1. Juni 1959 wiederaufgenommen, vorläufig noch mit Dampflokomotiven. Seit damals wurde der Produktname âWiener Schnellbahnâ verwendet.cite-ref-az-1959-6-2-3-7-0[7] FĂźnf Zugpaare der Nordwestbahn (die NordwestbahnbrĂźcke wurde gesperrt und durch die NordbrĂźcke ersetzt) und sechs der Nordbahn wurden bis Hauptzollamt weitergefĂźhrt; auf diesem TeilstĂźck herrschte aber noch eingleisiger Betrieb. Erst am 25. Jänner 1960 konnten das zweite Gleis in Betrieb genommen und die Zuganzahl auf 118 pro Tag erhĂśht werden, davon 83 mit Dampflokomotiven gefĂźhrt, die restlichen mit Dieseltriebwagen.cite-ref-8[8] Auch einige ZĂźge der Pressburger Bahn und der Aspangbahn benutzten die neue Strecke. Ab 27. März 1961 konnten die ZĂźge zwischen Hauptzollamt (heute Bahnhof Wien Mitte) und Floridsdorf zum Gemeinschaftstarif mit den Wiener Verkehrsbetrieben benutzt werden. Ab 8. Jänner 1962 wurden Probefahrten mit zwei Lokomotiven der Reihe 4061 durchgefĂźhrt.cite-ref-9[9]
Die HaupterĂśffnung der Schnellbahn erfolgte am 17. Jänner 1962 mit Feierlichkeiten in Anwesenheit von Ăźber 900 geladenen Festgästen, darunter Bundespräsident Adolf Schärf und Vizekanzler Bruno Pittermann.cite-ref-10[10] Nach dem groĂen Festakt am SĂźdbahnhof mit Ansprachen von ĂBB-Generaldirektor Maximilian Schantl, Verkehrsminister Karl Waldbrunner, BĂźrgermeister Franz Jonas und Bundespräsident Adolf Schärf wurde ein Festzug in Betrieb gesetzt, der an jeder Haltestelle der Stammstrecke hielt, wo die betreffenden Bezirksvorsteher kurze Reden hielten. Danach fuhr der Zug nach Gänserndorf, wo eine Lok der Reihe 52 aufgestellt wurde. Der BĂźrgermeister und Abgeordnete zum niederĂśsterreichischen Landtag Josef Graf hielt eine Rede. AnschlieĂend kehrte der Zug nach Floridsdorf zurĂźck und fuhr nach Stockerau, wo es ebenso zu einer BegrĂźĂung durch BĂźrgermeister Josef Wondrak kam. Danach wurden die Strecken ohne Fahrgäste befahren. Der eigentliche Fahrgastbetrieb begann erst abends um 23:45 Uhr. Zwischen Meidling und Praterstern wurde sofort ein Fahrverbot fĂźr Dampflokomotiven verhängt. Der Bahnhof Hauptzollamt wurde, analog zur Stadtbahnstation, in âLandstraĂeâ umbenannt.
Die Schnellbahn war ein sofortiger Erfolg. Es kam zu ĂberfĂźllungen, die erst durch den Ersatz der Einfach- durch Doppelgarnituren beseitigt werden konnten.cite-ref-11[11] Mit den Wiener Verkehrsbetrieben wurde ein Abkommen geschlossen, das es den Fahrgästen erlaubte, im StĂśrungsfall die parallelfĂźhrenden Linien des anderen Verkehrsträgers ohne zusätzlichen Fahrscheinkauf zu benutzen. 1963 wurden in der Haltestelle SĂźdbahnhof versuchsweise die ersten Fernsehmonitore zur Zugabfertigung eingebaut.cite-ref-12[12]
Auf der Stammstrecke wurde anfangs im Viertelstundentakt gefahren, aber schon im Oktober des ErĂśffnungsjahrs wurde der Verkehr zwischen Floridsdorf und LandstraĂe in der Hauptverkehrszeit verdichtet, ab 1964 dann auf der gesamten Stammstrecke.
GrĂźndung des Verkehrsverbunds
Mit der ErÜffnung des VOR am 1. Juni 1984 wurden Liniensignale eingefßhrt. Die Fahrzeuge der Reihe 4030, die keine Zielschildkästen hatten, bekamen dafßr Tafeln in den Fenstern. Die Linienbezeichnung und das Ziel wurden auch noch bei allen Zßgen ohne Zielanzeige und bei Linien, die nicht in der Anzeige vorhanden waren, auf den seitlichen Tafeln angebracht.
Der Bau der Donauufer-Autobahn A22 erforderte am 26. und 27. Oktober 1984 erstmals eine Totalsperre der Stammstrecke. Obwohl dies eigentlich nur den Abschnitt Floridsdorf â Wien Nord betraf, wurde der Umstand gleich dazu ausgenutzt, die Fahrleitung im Abschnitt Rennweg â Meidling zu erneuern.cite-ref-13[13]
Wiederinbetriebnahme der Vorortelinie
Mit dem Fahrplanwechsel am 1. Juni 1986 wurden die MĂśglichkeit der Fahrradmitnahme sowie die Stationsdurchsage durch ein vom TriebfahrzeugfĂźhrer zu bedienendes Tonband im Zug eingefĂźhrt. Am 31. Mai 1987 wurde die renovierte Vorortelinie mit Ausnahme der Station Unter-DĂśbling als Linie S45 wieder in Betrieb genommen, nachdem am Vortag eine groĂe Feier stattgefunden hatte. Diese Linie hat aber keine direkte Verbindung mit der Stammstrecke und wurde auch nie auf AuĂenstrecken verlängert, obwohl Zugzielanzeigen bis Neulengbach und Tulln Stadt vorhanden waren. Ihre Inbetriebnahme war aber der Anlass, einen neuen LinienĂźbersichtsplan zu schaffen, der alle S-Bahn-Linien enthielt und in den Fahrzeugen angebracht wurde. Zuerst war das nur auf der Vorortelinie selbst der Fall, erst später erhielten auch die anderen Garnituren diesen Plan.
Einbeziehung der Verbindungsbahn
Am 1. Juli 1989 wurden Zßge der Linie S3, die bisher im Bahnhof Wien Meidling geendet hatten, ßber die Verbindungsbahn bis zum Westbahnhof verlängert. Kurioserweise verkehrten die Zßge in der Gegenrichtung vom Bahnhof Wien Hßtteldorf aus; dies war aber wegen der Anschlßsse von den Zßgen der Westbahn notwendig, insbesondere da nur ein Stundentakt eingefßhrt wurde. Auf der Strecke selbst wurde nur die Haltestelle Wien Speising errichtet. Die Verlängerung ßber die Verbindungsbahn sah schon das Wiener Verkehrskonzept von 1980 vor, wobei diese aber schon in Speising bei der Hofwiesengasse enden sollte. Darßber hinaus gab es Planungen fßr eine Station bei der Stranzenbergbrßcke, die damals nicht verwirklicht wurde.cite-ref-14[14] Diese Strecke wird von der S80 bedient.
Geschichte der AuĂenstrecken
Die AuĂenstrecken nach Stockerau und Gänserndorf wurden zur EinfĂźhrung der Schnellbahn zwar elektrifiziert, ansonsten wurden dort aus finanziellen GrĂźnden vorerst keine Ănderungen vorgenommen. Die zumeist vorhandenen Erdbahnsteige wurden erst später ersetzt.
Strecke nach Gänserndorf (S1)
Die Nordbahnstrecke ist nicht nur die älteste Lokomotiveisenbahn Ăsterreichs, sie gehĂśrt auch zu den ältesten S-Bahn-Strecken. Zu Beginn des S-Bahn-Betriebes wurde stĂźndlich gefahren, ab 28. Mai 1967 halbstĂźndlich.
1972 wurde das Gleis zwischen Floridsdorf und Leopoldau komplett ausgewechselt. Da sich im Bereich von Leopoldau die grĂśĂte Satellitenstadt Ăsterreichs, die GroĂfeldsiedlung, befindet, wurde der Bahnhof 1976 mit Wendegleis, Mittelbahnsteig und einem Personentunnel ausgestattet.cite-ref-15[15]
1977 wurde beim Bahnhof Gänserndorf die erste offizielle Park-and-ride-Anlage erÜffnet, die zu 80 % vom Bund und zu 20 % vom Land NiederÜsterreich finanziert wurde. Danach folgten einige weitere derartige Parkplätze.cite-ref-16[16]
Obwohl nicht direkt damit zusammenhängend, wurde 1980 anlässlich der Errichtung der S2 der Bahnhof SĂźĂenbrunn ebenfalls umgebaut und erhielt eine UnterfĂźhrung und zwei Inselbahnsteige. Am 23. Mai 1982 wurde der Viertelstundentakt bis Leopoldau eingefĂźhrt, was jedoch schon im Hinblick auf die baldige ErĂśffnung der Linie S2 geschah, die dieses TeilstĂźck ebenfalls benutzt. Am 30. September 1984 wurde die neue Station Helmahof erĂśffnet.
1994 wurde die Oberleitung erneuert. Die eher primitive Haltestelle bei der SiemensstraĂe wurde anlässlich der Verbreiterung der namengebenden StraĂe mit einem hĂśheren Mittelbahnsteig und einer UnterfĂźhrung neugebaut und am 9. Oktober 1996 erĂśffnet.cite-ref-17[17]
Mit der Verlängerung der U1 nach Leopoldau im Jahr 2006 wurde der Bahnsteig an dieser Haltestelle nach Nordosten verlängert, um einen Zugang zur U-Bahn zu schaffen.
Seit Dezember 2020 verkehrt die S1 stßndlich ßber Gänserndorf hinaus nach Marchegg ßber die neu elektrifizierte Anschlussstrecke und ersetzt die dort bisher verkehrenden Regionalzßge.cite-ref-18[18]
Strecke nach Mistelbach und Laa an der Thaya (S2)
Obwohl es sich verkehrsstrategisch um eine Hauptstrecke handeln kĂśnnte, hatte die ehemalige StEG-Strecke (Ostbahn, nĂśrdlicher Ast) immer nur untergeordnete Bedeutung und war auf den Lokalverkehr ausgerichtet. Mit der sogenannten âNahverkehrsmilliardeâ wurde der Ausbau zur S-Bahn beschlossen, der aus elektrotechnischen GrĂźnden vorerst nur bis Wolkersdorf vorgesehen war. Am 8. Februar 1978 wurde dazu ein Vertrag zwischen Wien, NiederĂśsterreich und den ĂBB abgeschlossen; NiederĂśsterreich beteiligte sich mit 20 Prozent an den Kosten.
Das aufwändigste Bauwerk war dabei die kreuzungsfreie Einbindung der neuen Linie in die S-Bahn-Stammstrecke bzw. Nordbahn im Bereich von SĂźĂenbrunn. Mit Ausnahme eines kurzen zweigleisigen Abschnitts zwischen Seyring und Kapellerfeld blieb die Strecke eingleisig. Neben SĂźĂenbrunn erhielt auch Wolkersdorf ein neues Spurplanstellwerk. In Neubau-Kreuzstetten und Mistelbach entstanden einfachere AusfĂźhrungen der Bauart âVGS 80â. AuĂer Neubau-Kreuzstetten musste auch der Bahnhof von Schleinbach ausgebaut werden, da dort Zugkreuzungen stattfinden.
Der Betrieb wurde nach 22 Monaten Bauzeit am 25. September 1983 aufgenommen, wobei stĂźndlich nach Mistelbach gefahren wurde; Wolkersdorf wurde halbstĂźndlich bedient, später reichte dieser Halbstundentakt zumeist bis Schleinbach. Auf der Strecke kam es dadurch zu einem groĂen Fahrgastzuwachs, mit der EinfĂźhrung von EilzĂźgen verlor die S-Bahn allerdings wieder Kunden.cite-ref-19[19]
Trotz anfänglichem Widerstand der ĂBB wurde am 12. Juli 1999 zwischen den ĂBB und der NiederĂśsterreichischen Verkehrsorganisationsgesellschaft m.b.H. (NĂVOG) ein Vertrag abgeschlossen, der die WeiterfĂźhrung der S-Bahn bis Laa an der Thaya vorsah. Die Bauarbeiten begannen jedoch erst 2003. Der Ausbau erforderte die Elektrifizierung des StreckenstĂźcks zwischen Mistelbach und Laa an der Thaya. AuĂerdem wurde nun die Teilstrecke zwischen Wien und Wolkersdorf zweigleisig ausgebaut, und die Sicherungsanlagen wurden modernisiert. Die Betriebsaufnahme fand am 10. Dezember 2006 statt, bereits 2005 wurde der zweigleisige Ausbau bis Wolkersdorf fertiggestellt.
Strecke nach Stockerau und Hollabrunn (S3, S4)
Die Nordwestbahn-Strecke nach Stockerau wurde ebenfalls schon seit 1962, dem ErĂśffnungsjahr der Stammstrecke, S-Bahn-mäĂig betrieben. Im Unterschied zu den anderen Strecken herrschte hier aus historischen GrĂźnden Rechtsbetrieb vor. Ebenso wie auf der Nordbahn gab es zu Beginn Stundentakt, ab 28. Mai 1967 Halbstundentakt. Das kurze StĂźck zwischen Floridsdorf und Jedlersdorf blieb bis zum 23. Juni 1969 nur eingleisig befahrbar. Nach dem Ausbau konnte schon am 5. Juni 1969 das neue Gleis befahren werden. Am 27. September wurde die neue Haltestelle BrĂźnner StraĂe in Betrieb genommen.
Am 27. Mai 1979 konnte â nach der erfolgten Elektrifizierung und dem Ausbau der KreuzungsbahnhĂśfe â die Verlängerung des S-Bahn-Betriebs bis Hollabrunn erĂśffnet werden (Stundentakt). Im Dezember 1979 wurde in Korneuburg ein neues Mittelstellwerk in Betrieb genommen. Mit Inbetriebnahme des Ăberwerfungsbauwerkes in Floridsdorf wurde die Strecke fĂźr 33 Jahre auf Linksverkehr umgestellt.
Nach der Elektrifizierung der Strecke von Hollabrunn bis Retz wurden ab 26. September 1993 bis zur Fahrplanumstellung im Dezember 2001 einige S-Bahn-ZĂźge bis Retz gefĂźhrt.
Der Bahnhof Jedlersdorf war der letzte im Kernbereich der Schnellbahn, der keinen gleisfreien Bahnsteigzugang besaĂ. In Zusammenhang mit dem Neubau des Zentralstellwerkes Floridsdorf wurde 1999 hier ebenfalls mit dem Umbau begonnen. Bemerkenswert dabei ist, dass die sĂźdlich des Bahnhofes gelegene BrĂźcke Ăźber die KoloniestraĂe durch eine neue BetonbrĂźcke ersetzt wurde, die Stahlpfeiler der alten BrĂźcke jedoch als ein Fahrradabstellplatz nĂśrdlich des Bahnhofes weiterverwendet werden.
âFlughafenschnellbahnâ und Strecke nach Wolfsthal (S7)
Da nach dem Zweiten Weltkrieg die Stadtstrecke der Pressburger Bahn zerstĂśrt war und nicht wiederaufgebaut wurde, benutzten die ZĂźge innerhalb Wiens die Strecke der Aspangbahn. Dieses StĂźck musste im Gegensatz zur restlichen Strecke im Dampfbetrieb befahren werden.
Mit der ErĂśffnung der Schnellbahn 1962 wurde diese Teilstrecke ebenfalls elektrifiziert, was den Traktionswechsel unterwegs erĂźbrigte; in den Schnellbahntarif wurde die Strecke jedoch nicht aufgenommen. Taktverkehr im Zweistundenintervall gab es ab 1. Juni 1975. Obwohl schon 1970 Testfahrten stattfanden und danach vereinzelt ZĂźge damit betrieben wurden, waren die Garnituren der Reihe 4030 erst ab diesem Zeitpunkt planmäĂig im Einsatz.
In der Hauptverkehrszeit wurde der Betrieb verstärkt. Ab 1964 gab es zu Allerheiligen sehr gut frequentierten Pendelverkehr zwischen den BahnhĂśfen LandstraĂe und Klein Schwechat (heute: Wien Kaiserebersdorf) im Halbstundentakt, weil sich an der Hinterseite des Zentralfriedhofs eine gleichnamige Bahnhaltestelle befindet. Die Lage des Flughafens Wien an der Pressburger Bahn fĂźhrte dazu, dass der Ausbau der Strecke schon Anfang der 1960er Jahre geplant war; die Realisierung erfolgte aber sehr zĂśgerlich.
Wegen des Baus einer zweiten Piste des Flughafens musste die Trasse ab 19. Mai 1977 in diesem Abschnitt in einen Tunnel verlegt werden. Ab 25. September 1977 wurden zum Flughafen im Einstundentakt gefahren und die Geschwindigkeit geringfĂźgig erhĂśht. Weitere Verbesserungen blieben aus, es folgten lediglich zähe Verhandlungen zwischen den ĂBB und der Stadt Wien.
Erst 1992 kam wieder Bewegung in die Planungen, bei denen der Linienverlauf im Wiener Stadtgebiet strittig war. Die ĂBB wollten die ZĂźge Ăźber die Ostbahn zum SĂźdbahnhof (Ostseite) fĂźhren. Die Bezirksvorstehung des 11. Bezirkes verlangte hingegen die Einbindung in die S-Bahn-Stammstrecke.
Seit dem 29. Mai 1994 wird in einem angenäherten Halbstundentakt gefahren. Kurz darauf wurde auf niederÜsterreichischem Gebiet mit dem Ausbau begonnen. Ab 1996 gab es einen exakten Halbstundentakt. Am 4. Juni 1997 wurde die neue Trasse zwischen Groà Schwechat (heute: Schwechat) und MannswÜrth in Betrieb genommen.
Besonders die Flughafen Wien AG forderte aber vehement den vollständigen Ausbau.cite-ref-20[20] 1997 wurde dann doch auch der Ausbau auf Wiener Stadtgebiet beschlossen, wobei auch vorgesehen war, mehrere Haltestellen ersatzlos aufzulassen, was dann aber nur bei Zentralfriedhof-Kledering der Fall war. Andere Haltestellen wurden zwar ebenfalls aufgelassen (Simmering Aspangbahn, Klein Schwechat), jedoch durch neue und gĂźnstiger gelegene Haltepunkte (Sankt Marx, GeiselbergstraĂe, Kaiserebersdorf) ersetzt. Bei der Station Rennweg wurden ein kreuzungsfreies Abzweigbauwerk errichtet und die sĂźdlich anschlieĂende Strecke in einen Tunnel verlegt, der bis Sankt Marx reicht und daher St. Marxer Tunnel genannt wird. Der Rest der Trasse wurde ebenfalls kreuzungsfrei gestaltet.
Am 24. Mai 1998 wurde die neue Strecke zwischen MannswĂśrth und dem Flughafen erĂśffnet. Wegen der Bauarbeiten in Wien wurden die ZĂźge von 1. Juli 2001 bis 14. Dezember 2002 Ăźber die Ostbahn zum SĂźdbahnhof geleitet; auĂerdem wurde ein Schienenersatzverkehr zwischen Schwechat und Simmering eingerichtet. Die Betriebsaufnahme auf der neuen Strecke auf Wiener Gebiet erfolgte mit Fahrplanwechsel am 15. Dezember 2002. Die Planfahrzeit wurde zwar etwas verkĂźrzt, der 30-Minuten-Takt aber beibehalten.
Die Stadt Wien verlangte dichteren Verkehr, doch wurde dies von den ĂBB aus betrieblichen GrĂźnden abgelehnt. Zwar ist auf der neuausgebauten Strecke ein wesentlich dichterer Fahrplan mĂśglich, doch ergeben sich dann Probleme auf der S-Bahn-Stammstrecke, die kaum weitere ZĂźge aufnehmen kann.
Der Ausbau des Flughafens erforderte auch die Erweiterung des Bahnhofs Flughafen Wien. Die Bahnsteige wurden verlängert, die Gleisanlage vergrĂśĂert und ein eigener Bereich fĂźr den City Airport Train geschaffen. Weiters wurde ein neuer Pistentunnel gebaut.cite-ref-21[21]
Die Strecke zwischen Hainburg und Wolfsthal befuhren die Garnituren 4020 zeitweise nur mit einer Ausnahmegenehmigung. Nach dieser durften die ZĂźge aufgrund ihres Gewichtes nur mit maximal 10 km/h fahren.cite-ref-22[22]
Mit dem Projekt Wien Hauptbahnhof hat sich die Situation neuerlich verändert; die ĂBB hatten u. a. die Absicht, Ăźber diesen neuen Durchgangsbahnhof auch durch den neuen Wienerwaldtunnel und den neuen Lainzer Tunnel kommende ZĂźge aus dem Westen zum Flughafen zu fĂźhren. Dazu wurde 2012â2014 mit entsprechenden Entflechtungsbauwerken die niveaugleiche Kreuzung mit der Donauländebahn ĂźberflĂźssig gemacht. Seit Mitte Dezember 2014 gelangen nun FernzĂźge vom Hauptbahnhof sĂźdlich des Zentralfriedhofs kreuzungsfrei auf die âFlughafenschnellbahnâ und kĂśnnen so direkt zum Flughafen gefĂźhrt werden.
Strecke nach MĂśdling und Wiener Neustadt (S2, S3, S4)
Schon zu Beginn des S-Bahn-Betriebes 1962 wurden fĂźnf Zugpaare der Stammstrecke auf der SĂźdbahn weitergefĂźhrt; die stark befahrene Strecke lieĂ jedoch keinen Taktverkehr zu. Trotzdem wurde die Zuganzahl immer wieder erhĂśht, so dass 1972 schon 70 S-Bahn-ZĂźge auf der SĂźdbahn fuhren. Von 1980 bis 1982 verkehrten Ăźberdies ZĂźge bis Payerbach-Reichenau.
Zur Einrichtung des Taktverkehrs war der Ausbau der Sicherungsanlagen erforderlich. Um die Hauptgleise vom Anschlussbahnverkehr freizuhalten, wurde am 7. Mai 1979 zwischen Atzgersdorf-Mauer und Liesing ein zusätzliches Gleis fßr Gßterzßge in Betrieb genommen. Deswegen musste die Haltestelle Atzgersdorf-Mauer geringfßgig nach Sßden verlegt werden. Deren NeuerÜffnung erfolgte am 8. März gleichen Jahres.
Am 23. Mai 1982 wurde der planmäĂige Verkehr der S-Bahn-Stammstrecke im 15-Minuten-Takt bis Liesing aufgenommen. Um auch in NiederĂśsterreich auf der SĂźdbahn dichteren Verkehr fĂźhren zu kĂśnnen, wurden ab 1990 im Rahmen des âNahverkehrsvertragsâ des Bundes mit dem Land NiederĂśsterreich sämtliche BahnhĂśfe der SĂźdbahn bis Wiener Neustadt Hbf umgebaut und mit neuen Sicherungsanlagen ausgestattet.
1991 wurde vorerst der Stundentakt bis Wiener Neustadt eingefĂźhrt. FĂźr den dichteren Betrieb bis MĂśdling mussten schienengleiche Eisenbahnkreuzungen beseitigt, neue UnterfĂźhrungen errichtet, GleisanschlĂźsse zu Betrieben adaptiert, neue SchaltgerĂźste gebaut und Weichen fĂźr hĂśhere Geschwindigkeiten umgebaut werden. Der Bahnhof MĂśdling wurde besonders aufwändig umgebaut. Er erhielt eine Wendeanlage und einen zweiten Inselbahnsteig mit der Folge, dass es heute keinen Hausbahnsteig mehr gibt. Da die vorhandene UnterfĂźhrung zu gering dimensioniert war, musste diese verbreitert werden. Nach Fertigstellung der Umbauarbeiten konnte ab 1998 der planmäĂige 15-Minuten-Takt der S-Bahn-Stammstrecke statt bis Liesing bis MĂśdling gefĂźhrt werden.
S-Bahn-Verkehr von und zu Wiener KopfbahnhĂśfen
Ein Vorläufer der S-Bahn waren die sogenannten âPendlerâ, im amtlichen Sprachgebrauch Kurzzug genannt, die ab 1929 auf der Westbahn, der Franz-Josefs-Bahn sowie der 1932 eingestellten FlĂźgelbahn MĂśdlingâLaxenburg im Pendelbetrieb verkehrten. Bei dieser Art des Wendezugbetriebs befand sich das Triebfahrzeug in der Mitte des Zuges, das daher an den EndbahnhĂśfen nicht umsetzen musste.
Franz-Josefs-Bahn und Tullnerfelder Bahn (S40)
Diese Bahn war das zweite wichtige Einsatzgebiet des âPendlersâ, der hier insbesondere fĂźr den Bäderverkehr zu den Strombädern an der Donau Bedeutung hatte. Hier wurden später ebenso Diesellokomotiven verwendet, wobei es sich oft um Verschublokomotiven handelte (Reihen 2060, 2062, 2067). Die Reihe 2050 wurde ebenfalls eingesetzt.
Zwischen dem Franz-Josefs-Bahnhof und Tulln wurde ab 1. Juni 1965 S-Bahn-Verkehr im Stundentakt eingerichtet, der jedoch bald verwässert und erst 1975 wiedereingefßhrt wurde. Da die Strecke noch nicht elektrifiziert war, wurden Dieseltriebwagen der Reihen 5046 und 5146 mit entsprechenden Zwischen- und Steuerwagen eingesetzt.
Am 29. September 1978 wurde der elektrische Betrieb aufgenommen. In Tulln entstand ein Unterwerk. Nun wurden Triebwagen der Reihe 4030 eingesetzt, auĂerdem gab es lokbespannte ZĂźge mit der Reihe 1042. 1985 wurde der Verkehr verdichtet mit halbstĂźndigem Intervall in der Hauptverkehrszeit. AuĂerdem wurden nun BahnhĂśfe und Sicherungsanlagen ausgebaut.cite-ref-23[23] Anfang 1990 wurden auf der FJB DoppelstockzĂźge der SBB getestet, die an beiden Enden mit Lokomotiven der Reihe 1042 bespannt waren.
Im Oktober 2002 wurde die Haltestelle St. PĂślten-Traisenpark erĂśffnet. Am 12. Dezember 2004 wurde die Haltestelle (Wien) Kahlenbergerdorf auĂer Betrieb genommen.
Nach Fertigstellung der neuen Westbahnstrecke mit dem Fernverkehrsbahnhof Tullnerfeld wurde 2013 der reguläre, zuvor eingestellte stßndliche Zugverkehr zwischen Tulln und St. PÜlten wiederaufgenommen.
Ab Dezember 2013 wurden fast ausschlieĂlich ZĂźge des Typs ĂBB 4020 als Schnellbahnen und zum Teil auch als RegionalzĂźge eingesetzt, welche die eigentlich neueren Garnituren der Reihe 4024 wieder ersetzten. An Wochenenden kamen verstärkt ZĂźge 4024 zum Einsatz. Ab Dezember 2016 setzten die ĂBB zunehmend die neuen Reihen 4744 und 4746 (Siemens Desiro ML mit 4/6 TĂźren) ein, welche den Verkehr im Mischbetrieb mit der Reihe 4020 bestreiten. Jedoch endete deren Einsatz wieder mit Dezember 2019, ehe sie seit Herbst 2022 neuerlich vereinzelt planmäĂig eingesetzt werden. Zum GroĂteil teilen sich den Fahrgastbetrieb die Reihen 4020 und 4024, manchmal 4124, wobei die TALENT-ZĂźge am Wochenende eher dominieren; unter der Woche werden sie hauptsächlich auf der Relation Wien FJB â Tulln Stadt eingesetzt, die 4020 dominieren im Abschnitt Tulln Stadt â St. PĂślten Hbf.
Ab Dezember 2021 sind wieder fast ausschlieĂlich Triebwagen der Reihe 4020 unterwegs. Zusätzlich wendete â aufgrund des Umbaues des Franz-Josefs-Bahnhofes â die Schnellbahnlinie 40 bis Dezember 2022 am Bahnhof Heiligenstadt.
Westbahn (S50)
Die Westbahn war das bekannteste Einsatzgebiet des historischen âPendlersâ, der dort (im Anschluss an die Wiener Elektrische Stadtbahn) zwischen HĂźtteldorf und Unter Purkersdorf eigene Gleise befuhr. Er diente dem Ausflugsverkehr in den Wienerwald und als Verbindung entstandener Wohnsiedlungen mit der Stadt. Anstelle der ursprĂźnglich vorgesehenen Lokomotiven der Reihe 112 wurden hauptsächlich die Reihen 229 und 30 verwendet. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen auch andere Dampflokomotiven zum Einsatz.
Diese Betriebsform wurde nach der Elektrifizierung mit Triebfahrzeugen der Reihen 1161, 1073 und 1080 beibehalten. Erst später wurden die TriebzĂźge Reihe 4030 verwendet. Aufgrund der sehr geringen Inanspruchnahme wurde der Pendler mit dem Sommerfahrplan 1972 eingestellt und durch die Autobuslinie 50B ersetzt, die vom Kraftwagendienst der ĂBB im Auftrag der Wiener Linien betrieben wird.
Zwischen dem Westbahnhof und Tullnerbach-Pressbaum gab es seit 1963 einen angenäherten Taktverkehr mit der Reihe 4030, der im folgenden Jahr bis Rekawinkel verlängert wurde. 1974 wurde ein exakter Taktfahrplan eingefßhrt. Einige Zßge fuhren weiter bis Neulengbach, ab 1975 waren es dann alle. Anfänglich waren die 4030er-Garnituren vierteilig mit zwei Zwischenwagen. Wegen der zunehmenden Belegung der Westbahn durch andere Zßge wurde die Endstation dieses Taktbetriebes später sukzessive wieder in Richtung Wien verschoben. Auf dieser Strecke wurden versuchsweise die ersten Nichtraucherzßge eingefßhrt. Ab 2. August 2004 wurden auf dieser Linie Wendezßge verwendet, 2005 begann der Einsatz von 4024er-Garnituren. Ab 13. Dezember 2015 war Neulengbach der Endpunkt und wurde stßndlich bedient. Mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2023 wurde ein durchgehender 30-Minuten-Takt auf der Linie S50 zwischen Wien Westbahnhof und Eichgraben-Altlengbach angeboten. Da Neulengbach von der S-Bahn nurmehr zu Betriebsbeginn/-ende von der Linie S50 bedient wird, wurden die Haltestellen Hofstatt und Unter Oberndorf aufgelassen. Zwischen Wien Westbahnhof und Unter Purkersdorf wird die Linie S50 zu einem 15-Minuten-Takt verdichtet.
Ostbahn (S60)
Zwischen dem Sßdbahnhof (Ostseite) und Bruck an der Leitha gab es seit dem 1. Juni 1975 Zweistundentakt mit Dieseltriebwagen der Reihe 5145, nach Elektrifizierung der Strecke (1974/1975) mit der Reihe 4030. Fßr den Verkehr nach Neusiedl am See musste bei Parndorf eine neue Abzweigung aus Richtung Wien errichtet werden, da die alte Abzweigung wegen der ZugehÜrigkeit dieses Gebietes zu Ungarn (bis 1921) aus Richtung Budapest erfolgte. Im Zuge dessen wurde auch die neue Haltestelle Parndorf Ort angelegt. Die neue Abzweigung wurde ab 27. Mai 1979 befahren. Der elektrische Betrieb nach Neusiedl am See wurde am 30. September 1979 aufgenommen, wobei der Bahnhof zusätzliche Bahnsteige erhielt. Zeitweise wurde der Schnellbahnbetrieb auch auf der eigentlichen Hauptstrecke bis zum Grenzbahnhof Nickelsdorf ausgedehnt. Diese Zßge fuhren unter der Linienbezeichnung S65 ab Wien Sßdbahnhof. 2018 wird der Verkehr fast zur Gänze von Triebwagen der Reihe 4124 erbracht. Einzelne Leistungen zwischen Bruck an der Leitha und Wien werden mit Raaberbahn-Triebwagen der Reihe 4744 (ventus) gefahren. In Ausnahmefällen, meist beim Ausfall eines Talentes, kommt die Reihe 4020 zum Einsatz.
Seit Dezember 2015 werden die ZĂźge der S60 Ăźber Wien Hauptbahnhof, Meidling und die Pottendorfer Linie nach Ebenfurth und Wiener Neustadt Hbf gefĂźhrt, nachdem sie davor mehrere Jahre zur Westbahn geleitet wurden.
Ostbahn (S80)
1965 wurden Versuchsfahrten mit Dampflokomotiven zwischen SĂźdbahnhof (Ostseite) und der Haltestelle Erzherzog-Karl-StraĂe unternommen, um das immer stärker besiedelte Gebiet im 22. Bezirk zu erschlieĂen. Tatsächlich wurden dann ab 28. Mai 1967 Dieseltriebwagen im Stundentakt eingesetzt. Da die Zahl der Fahrgäste jedoch hinter den Erwartungen zurĂźckblieb, wurde das Intervall später teilweise auf zwei Stunden verlängert, und statt der ursprĂźnglich vorgesehenen Triebwagen der Reihen 5145 und 5045 wurden Fahrzeuge der Reihen 5041 und 5044 eingesetzt. 1975 wurde der Stundentakt wieder eingefĂźhrt.
Der Einsturz der ReichsbrĂźcke fĂźhrte dazu, dass auf diesem Ast der Ostbahn noch am gleichen Tag ein Ersatzverkehr fĂźr die eingestellten StraĂenbahnlinien im annähernden 30-Minuten-Takt mit einem zusätzlichen Dieseltriebwagen aufgenommen wurde, der auch mit Fahrkarten der Wiener Verkehrsbetriebe benutzt werden konnte. Nachdem noch am Nachmittag Versuchsfahrten mit 4030-Garnituren durchgefĂźhrt wurden, kamen diese ab dem folgenden Tag planmäĂig zum Einsatz. Wegen der starken Frequenzzunahme blieb der Einheitstarif selbst nach Beruhigung der Lage bestehen. Lediglich die Zuganzahl wurde nach Inbetriebnahme der ReichsbrĂźcken-ErsatzbrĂźcke wieder reduziert.
Die zunehmende Bebauung des 22. Bezirkes machte eine Verlängerung notwendig, und die Strecke wurde am 31. Mai 1980 um eine Haltestelle bis Hirschstetten-Aspern verlängert. Am 31. Mai 1987 erfolgte eine weitere Verlängerung um eine Haltestelle bis zur HausfeldstraĂe. 1991 wurde ein 30-Minuten-Intervall eingefĂźhrt. Der Einsatz von 5145-Garnituren kam auf dieser Linie immer wieder vor, allerdings nicht aus Fahrzeugmangel, sondern zumeist wegen Fahrleitungsabschaltungen. Die Verlängerung der Autobahn SĂźdosttangente fĂźhrte im Bereich von Stadlau bei der Bahn ebenfalls zu massiven Umbauarbeiten, die 1992 im Wesentlichen abgeschlossen waren. Die bis dahin recht primitiv gestaltete Haltestelle Erzherzog-Karl-StraĂe erhielt dabei einen Mittelbahnsteig und AufzĂźge.cite-ref-25[25]
Wie zuvor schon die NordbahnbrĂźcke musste die Stadlauer OstbahnbrĂźcke wegen des Baues des Kraftwerks Freudenau angehoben werden, weil durch den Aufstau der Donau der Wasserspiegel stark steigen wĂźrde. Die Strecke wurde daher vom 30. Juni bis zum 4. August 1995 gesperrt. Der Ersatzverkehr war jedoch weniger aufwändig als auf der Stammstrecke. Die ZĂźge fuhren teilweise ab der Erzherzog-Karl-StraĂe nach Leopoldau (Stammstrecke), und zwischen den Haltestellen HaidestraĂe und Erzherzog-Karl-StraĂe wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet.
Infolge der BrĂźckenhebung wurden die Haltestellen Stadlauer BrĂźcke-Lusthaus und Lobau stillgelegt.cite-ref-26[26] Erstere wurde jedoch am 8. Jänner 1996 unter dem Namen Praterkai wiedererĂśffnet. Die Auflassung der Haltestelle Lobau fĂźhrte zu BĂźrgerprotesten, sodass auch diese wiedererrichtet und â nachdem schon am 2. Juni 1996 ein Fest gefeiert wurde â am 30. August wieder planmäĂig in Betrieb genommen wurde.cite-ref-27[27] Die Station Lobau sollte mit der ErĂśffnung der U-Bahn Linie U2 zur AspernstraĂe am 2. Oktober 2010 wieder aufgelassen und funktional durch die neuen Stationen Stadlau (S80 und U2) sowie DonaustadtbrĂźcke (U2) ersetzt werden. Auch gegen diese geplante Auflassung gab es in der BevĂślkerung Widerstand, sodass die SchlieĂung dieser Station erst am 14. Dezember 2014 erfolgte.cite-ref-28[28] Im April 2016 wurde mit den Abbrucharbeiten an der Station begonnen.
GrĂśĂere Umbauten verursachte die Verlängerung der U-Bahn-Linie U3 nach Simmering. FĂźr die S-Bahn wurde als Ersatz fĂźr die Haltestelle Simmeringer HauptstraĂe, die Ăśstlich der gleichnamigen StraĂe lag, ein neuer Bahnhof westlich der StraĂe errichtet und direkt mit der Endstation der U3 verknĂźpft. Dazu waren zahlreiche DammschĂźttungen und BrĂźckenneubauten notwendig. Die Anlagen wurden viergleisig ausgebaut, was vornehmlich der verbesserten Einfahrt in den Zentralverschiebebahnhof dient. Die ErĂśffnung erfolgte gleichzeitig mit der U-Bahn am 2. Dezember 2000. Im Jahr 2005 gab es einen 20-Minuten-Takt, doch wurde dieser mit dem folgenden Fahrplanwechsel wieder ausgedehnt. Ab diesem Zeitpunkt gab es nurmehr einen nicht ganz regelmäĂigen halbstĂźndlichen Verkehr, wobei dieselbetriebene ZĂźge der Ostbahn einbezogen sind. Seit Dezember 2019 gibt es wieder einen regelmäĂigen 30-min-Takt.
Von Dezember 2012 bis Dezember 2015 wurde die S80, ermÜglicht durch die Teilinbetriebnahme des Wiener Hauptbahnhofes, ßber diesen und die Pottendorfer Linie nach Wiener Neustadt Hbf verlängert. Dieser Ast wird nunmehr von der S60 bedient; die S80 verkehrt seit Dezember 2015 von Wien Hirschstetten bis zum Bahnhof Wien Hßtteldorf an der Westbahn und bis Dezember 2019 teilweise weiter bis Unter Purkersdorf. Dabei kommen teilweise die neuen ET der Reihe 4746 zum Einsatz.
Von 19. Mai 2017 bis zum 9. Dezember 2018 war die S80 im Bereich Wien Erzherzog-Karl-StraĂe und Wien Hirschstetten wegen des zweigleisigen Ausbaus der Marchegger Ostbahn eingestellt. Seit 9. Dezember 2018 verkehrt die S80 bis zur neuerrichteten Haltestelle Wien Aspern Nordcite-ref-29[29] und ist somit die längste Schnellbahnlinie innerhalb von Wien. Aufgrund des hohen Fahrgastaufkommens der Linie S80 wurde seit 15. Dezember 2019 wieder ein 30-Minuten-Takt eingefĂźhrt. Umbauarbeiten an der Stammstrecke bedingten einen Ausfall der Station Matzleinsdorfer Platz zwischen Dezember 2020 und Mitte 2022.
Stationen
â
Hauptartikel
:
Liste der Wiener S-Bahn-Stationen
Die S-Bahn-Stationen zeichnen sich nur bedingt durch ein einheitliches Corporate Design aus. Auf der Stammstrecke machte man anfangs reichlich von weiĂen und gelben Kacheln Gebrauch, die vorhandenen Stahltragwerke wurden blau gestrichen. Blau wurde dann auch die Leitfarbe fĂźr die S-Bahn, in der Fahrzeuge und Logo ausgewiesen wurden. Auch auf Netzplänen werden die S-Bahn-Linien blau eingezeichnet.
Mitte der 1970er Jahre veranstaltete die Hochbauabteilung der ĂBB-Baudirektion einen Ideenwettbewerb fĂźr Haltestellengebäude im Nahverkehr. Voraussetzungen waren ein einheitliches Erscheinungsbild, Vandalismusresistenz und geringer Erhaltungsaufwand. Aus der Kombination der EntwĂźrfe fĂźr die ersten beiden Preise entstand dann eine Art Baukastensystem im âRĂśhrenstilâ. 1978 wurde im Bahnsteigbereich des Bahnhofs Korneuburg das erste dieser Bauwerke errichtet.cite-ref-30[30]
Im Zuge der nach dem Jahr 2000 einsetzenden âBahnhofsoffensiveâ der ĂBB wurden etliche BahnhĂśfe neugebaut, darunter auch einige an S-Bahn-Strecken. Obwohl sie von verschiedenen Architekten stammen, zeichnen sie sich alle durch reichliche Verwendung von hochwertigen Materialien wie Glas und Stahl aus. Im S-Bahn-Bereich betraf dies als ersten den Bahnhof Baden, der von den Architekten Henke & Schreieck gestaltet wurde.cite-ref-31[31] Eine besonders umfassende Erneuerung wurde bis 2008 im Bahnhof Wien Praterstern realisiert.
Im Juli und August 2017 wurde an den Stationen der Stammstrecke neue rosa Tafeln aufgehängt, welche zur besseren Orientierung beitragen sollen. Auf den Tafeln stehen die beiden AuĂengrenzen der Stammstrecke (Floridsdorf und Meidling), je nachdem in welche Richtung die ZĂźge auf dem Bahnsteig fahren. Nach dem gleichen Prinzip erhielt die Vorortelinie hellgrĂźne Tafeln.
Fahrzeuge
Dieses Kapitel befasst sich mit den Fahrzeugen in Zusammenhang mit der S-Bahn. Gab es anfangs mit den Farben Elfenbein, Gelborange und Saphirblau auf der Reihe 4030 eine eigene Lackierung fĂźr die SchnellbahnzĂźge, wurden diese ab 1978 durch die Triebwagenfarben der ĂBB Ultramarinblau und Elfenbein (später GrauweiĂ) abgelĂśst, welche auf der Reihe 4020 aber auch auf den 4030ern zur Anwendung kam. Seit 2004 werden die SchnellbahnzĂźge mit Ausnahme vieler Triebwagen der Reihe 4020 im aktuellen Nahverkehrs-Lackschema der ĂBB lackiert. Bis 2016 war das die CRD-Lackierung (einem rot-grauen Schrägdesign), in der die 4024 und einige wenige 4020 ZĂźge gehalten sind. Nunmehr werden alle Fahrzeuge mit Ausnahme der 4020 ins Cityjet-Design der Reihen 4744 und 4746 umlackiert.
Reihe 4030
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Hauptartikel
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ĂBB 4030
Nachdem die ĂBB geprĂźft hatten, vĂśllig neue Fahrzeuge anzuschaffen, die geforderten Preise der Industrie aber zu hoch waren, entschieden sie sich zur Beschaffung von modifizierten Triebwagen der Reihe 4030 von der Firma SGP, die schon seit 1956 im Einsatz waren. Diese bestanden aus einem Triebwagen, einem Zwischenwagen und einem Steuerwagen. Die Garnituren mit den Nummern 23 bis 26 dieser Serie wurden fĂźr den S-Bahn-Betrieb noch mit automatischen, druckluftbetätigten TĂźren und Scheibenbremsen ausgestattet und dann als Reihe 4030.100 bezeichnet. Die ersten zwei Garnituren der Reihe 4030.100 waren ab 1960 zwischen HĂźtteldorf und Purkersdorf im Einsatz.cite-ref-32[32] Die eigentlichen Schnellbahnfahrzeuge trugen die Reihenbezeichnung 4030.200; von den anfänglich bestellten fĂźnfzehn StĂźck waren zum Zeitpunkt der Betriebsaufnahme erst drei verfĂźgbar, sodass auch Triebwagen der Reihe 4030.0 aushelfen mussten. Dies behinderte allerdings den Betrieb, da die 4030.0 keine Vielfachsteuerung hatten und die TĂźren handbetätigt waren. Die Reihe 4030.200 hatte im Vergleich zu den Vorgängergarnituren wesentlich leichtere Sitze ohne KopfstĂźtzen sowie leichtere Drehgestelle, was sich in einer Gewichtsreduktion von 17 Tonnen pro Garnitur bemerkbar machte. AuĂerdem besaĂ jede Garnitur ein Gepäckabteil. Durch den starken Betrieb kam es bald zu ĂźbermäĂiger SpurkranzabnĂźtzung; die Fahrzeuge erhielten daher eine automatische Spurkranzschmierung eingebaut. Der Innenraum war dreigeteilt, wobei die kleinen Endabteile fĂźr Raucher vorgesehen waren, sodass das Verhältnis zu den Nichtraucherplätzen 1:1 betrug. Ab 28. Mai 1972 wurde dies dahingehend geändert, dass nurmehr der Zwischenwagen fĂźr Raucher vorgesehen war, wodurch das Verhältnis 1:2 war. Dies war dann auch bei der Reihe 4020 der Fall. Zehn weitere Garnituren wurden ab Ende 1965 geliefert, die ein neuartiges Drehgestell (SGP Type V) aufwiesen. 1969 kamen dann weitere vier Garnituren der Reihe 4030.0 zum Umbau, diese wurden anschlieĂend als 4030.3 bezeichnet. Ab 1975 geschah das auch mit den restlichen Fahrzeugen der Reihe 4030.0. Als 1972 eine Nachlieferung erfolgte, wurden die Garnituren an den Enden mit Scharfenbergkupplungen ausgestattet; auĂerdem wurden sie mit einem Schutztrittbrett und AuĂenlautsprechern ausgerĂźstet.cite-ref-33[33] In der Folge wurden auch die vorhandenen Fahrzeuge umgebaut, inklusive 4030.0 und 4030.3. Anfänglich war auf den Vorderseiten der Fahrzeuge noch das FlĂźgelrad der ĂBB angebracht, später das S-Bahn-Logo und zuletzt das neue ĂBB-Logo. Der letzte Einsatz auf der S-Bahn-Stammstrecke fand am 13. Dezember 2003 statt, auf der S50 verkehrten sie planmäĂig noch bis 1. August 2004, vereinzelt noch bis zum 31. Dezember.
Reihe 4020
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Hauptartikel
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ĂBB 4020
Schon ab 1970 machte man sich Gedanken Ăźber eine neue Fahrzeuggeneration. Nachdem Testfahrten mit der Baureihe 420 der DB nicht die gewĂźnschten Ergebnisse erbrachten, entschied man sich 1975 fĂźr eine Weiterentwicklung der Reihe 4030 der Firma SGP. Bei der Reihe 4020 handelt es sich um thyristorgesteuerte, dreiteilige Garnituren aus Trieb-, Zwischen- und Steuerwagen. Die Fahrzeuge sind schon von Haus aus mit einer Scharfenbergkupplung ausgerĂźstet. Unterschiede zur Reihe 4030 sind weiters die Zugzielanzeige, nichtabgeteilte Innenräume, breitere TĂźren und die grĂśĂere HĂśchstgeschwindigkeit von 120 km/h.cite-ref-34[34] Mit einer LieferfristĂźberschreitung von mehr als einem halben Jahr wurde das erste Fahrzeug im Oktober 1978 abgeliefert. Die Zulassung erfolgte am 1. Dezember 1978, dann folgten erste Fahragsteinsätze auf der heutigen S80. Nach einigen technischen Problemen und Probefahrten in Tirol kamen sie erstmals am 20. Mai 1979 wieder in Wien zum Einsatz. Ab Juni fuhren sie auch auf der Stammstrecke. Ab 1985 erhielten die Fahrzeuge ein Traglastenabteil mit hochklappbaren Längsbänken. FĂźr den zugfĂźhrerlosen Betrieb auf der Vorortelinie wurden einige Ănderungen, vor allem an der TĂźrsteuerung, eingebaut.cite-ref-35[35] 1990 wurden erste Versuche mit Flipdot-Matrix-Zielanzeigen gemacht. Derartige Anzeigen wurden dann bei Hauptausbesserungen ab 1993 eingebaut. Bei manchen Fahrzeugen wurden die Brosebandanzeigen vorerst auch ersatzlos ausgebaut. Gleichzeitig wurde der elfenbeinfarbene Ton der Lackierung durch einen grauweiĂen ersetzt. 1995 erhielten einige Fahrzeuge (4020.001â005) versuchsweise Fahrkartenautomaten, die dann auf der S80 verwendet wurden. Im Zuge der Hauptausbesserung wurde auch damit begonnen, die Sitze mit KopfstĂźtzen zu versehen. Wegen der Sicherheitsauflagen zur Befahrung der neuen Tunnel der Flughafenschnellbahn erhielten die Garnituren ab 2002 eine NotbremsĂźberbrĂźckung. Obwohl die Fahrzeuge nach frĂźheren Plänen eigentlich schon längst ausgemustert sein sollten bzw. mit deren Ausmusterung bereits begonnen wurde, sind 2024 immer noch ca. 30 Garnituren im Schnellbahnnetz unterwegs.
Reihe 4024
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Hauptartikel
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ĂBB 4023/4024/4124
Im Jahr 2000 gewann eine Bietergemeinschaft von Bombardier und ELIN die Ausschreibung zur Beschaffung von Nahverkehrstriebwagen fĂźr Salzburg und Wien, und 2001 beschloss der ĂBB-Aufsichtsrat den Kauf von Bombardier Talent (ĂBB 4024). Die vierteiligen Triebwagen haben in Ăsterreich bisher unĂźbliche Jakobs-Drehgestelle. Die niederflurige Bauart beim Einstiegsbereich erfordert BahnsteighĂśhen von 550 mm, die TĂźren sind auch etwas schmaler als bei den 4020-Garnituren. DafĂźr gibt es im Innenbereich mehrere Stufen. Die Fahrzeuge besitzen eine Temperaturabsenkungsanlage. Zahlreiche Auflagen der AufsichtsbehĂśrde verzĂśgerten aber die Inbetriebnahme, sodass sie erst am 14. Dezember 2004 erstmals auf der S7 im Einsatz waren. Die fĂźr 140 km/h ausgelegten Fahrzeuge durften aber nur maximal mit 120 km/h fahren, und auch der Betrieb von Doppelgarnituren war untersagt. Eine Forderung war der Einbau von Magnetschienenbremsen, die bei den schon vorhandenen Fahrzeugen nachgerĂźstet werden mussten; die Neubauten erhielten sie ab Werk. Ab 2005 wurde auch eine Zweifrequenzversion des Talent mit der Bezeichnung 4124 (anfänglich 4824) geliefert, die auch fĂźr 25 kV / 50 Hz tauglich ist. Am 9. November 2005 erteilte das Verkehrsministerium die Genehmigung zum beinahe uneingeschränkten Betrieb; nur die Erlaubnis zur Tandembildung erfolgte erst am 5. Dezember.cite-ref-36[36] Die Talent-ZĂźge haben inzwischen die Reihe 4020 auf einigen S-Bahnlinien, die nicht die Stammstrecke befahren (S45, S50, S60, S80), teilweise ersetzt. Auch ist der Bestand in Wien an 4024 durch Umbeheimatungen aus WestĂśsterreich gestiegen, so dass diese vermehrt auch auf der Stammstrecke verwendet werden.
Reihe 4744/4746
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Hauptartikel
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ĂBB 4744/4746/4748
Da die Reihe 4024 eigentlich nicht fßr einen städtischen S-Bahn-Betrieb, sondern eher fßr einen Regionalbahnbetrieb konzipiert ist und zahlreiche technische Probleme aufweist,cite-ref-talent-probl-37-0[37]cite-ref-orf-online20070208-38-0[38] wurde Anfang 2007 eine Arbeitsgruppe geschaffen, die Fragen bezßglich Anschaffung neuer Fahrzeuge zu klären und die Ausschreibungsbedingungen zu entwickeln hatte.
Mitte April 2010 wurde bekannt, dass die ĂBB einen Rahmenvertrag Ăźber bis zu 200 Elektro-Triebwagen der Bauart Desiro ML mit Siemens abgeschlossen hatten. Der Zusammenbau dieser Triebwägen erfolgte im ĂBB-Werk TS Jedlersdorf. Ab Ende 2015 kamen die ersten Garnituren in Wien und NiederĂśsterreich zum Einsatz. Diese TriebzĂźge beinhalten Komfortverbesserungen wie Lufterfrischungsanlagen, Informationsmonitore, Fenster-Rollos sowie Steckdosen und Leselampen an jedem Platz.cite-ref-39[39] Nachdem 2016 die Inbetriebnahme der 30 StĂźck der ersten Serie der Reihe 4746 abgeschlossen war und diese auf den Linien S1, S2, S7, S40 und S80 eingesetzt wurden, wurde die Beschaffung weiterer Serien beschlossen. Die Reihe 4746 sollte die Reihe 4020 vollständig ersetzen.cite-ref-40[40]cite-ref-41[41] Am 27. Dezember 2021 verlieĂ die 130. Einheit der Reihe 4746 mit der Betriebsnummer 4746 130 das ĂBB-Werk TS Jedlersdorf und ging in Betrieb.cite-ref-42[42]cite-ref-43[43] Auf den meisten Linien sind die ZĂźge der Reihe 4746 im Einsatz.
Doppelstock-WendezĂźge
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Hauptartikel
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Nahverkehrs-Doppelstockwagen der ĂBB
Seit 1996 verfĂźgen die ĂBB Ăźber doppelstĂśckige Wendezuggarnituren, um die Anzahl der verfĂźgbaren Sitzplätze fĂźr Pendler vom Umland nach Wien zu vergrĂśĂern. Anfangs fuhren die ZĂźge vom Umland zu einem Wiener Kopfbahnhof wie etwa zum Westbahnhof, SĂźdbahnhof oder Franz-Josefs-Bahnhof. Aber seit Dezember 2003 werden sie grĂśĂtenteils Ăźber die Stammstrecke durchgebunden. So gibt es jetzt RegionalzĂźge von Payerbach-Reichenau nach BĹeclav oder Znojmo. Sie bestehen in der Regel aus einem Steuerwagen, vier Zwischenwagen und einer Lokomotive der Reihe 1144 oder 1116. Die Wagen haben sich sehr bewährt, da sie einerseits bei den Fahrgästen sehr beliebt sind und andererseits durch die ZweistĂśckigkeit den Vorteil haben, dass Reisende, die nur kurze Strecken fahren, meist unten sitzen und jene, die einen weiteren Weg zurĂźcklegen, sich meist im oberen Stockwerk einen Platz suchen. Weiters haben die Wagen breite TĂźren und einen groĂen freien Platz im TĂźrbereich, wodurch der Fahrgastwechsel relativ schnell abläuft. AuĂer fĂźr Leistungen als R- und REX-ZĂźge kommen sie seit Fahrplanwechsel (Dezember 2023) aufgrund eines akuten Garniturenmangels vermehrt auch bei Schnellbahnleistungen zum Einsatz.
Reihe 4734/4736
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Hauptartikel
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ĂBB 4734/4736
Die Ăsterreichische Bundesbahnen (ĂBB) und Stadler Rail schlossen im Februar 2022 einen Rahmenvertrag fĂźr die Beschaffung von bis zu 186 Doppelstocktriebwagen des Typs KISS, die als vier-, fĂźnf- und sechsteilige Einheiten fĂźr 160 km/h und optional fĂźr 200 km/h zugelassene HĂśchstgeschwindigkeit in Auftrag gegeben werden kĂśnnen. Der erste Abruf mit erfolgte am 7. April 2022 und umfasst 20 sechsteilige sowie 21 vierteilige 2-System-TriebzĂźge. Diese sind fĂźr die Ostregion (Wien, NiederĂśsterreich, Burgenland) vorgesehen und sollen dort ab 2026 zum Einsatz kommen und ältere Wiesel-ZĂźge unterstĂźtzen.
Andere Reihen
Wegen des Triebfahrzeugmangels zu Beginn des Schnellbahnbetriebes wurden anfangs auch Dieseltriebwagen der Reihe 5145 eingesetzt, teilweise in Doppeltraktion mit 4030-Garnituren. Dabei kam es auch vor, dass diese Triebwagen anschlieĂend als Schnellzug nach Venedig eingesetzt wurden. 1970 wurden in der Klimakammer der ORE im Arsenal Versuche mit der Triebwagenreihe 420 der DB durchgefĂźhrt. Diese Gelegenheit wurde fĂźr Testfahrten auf dem Wiener S-Bahn-Netz benutzt, um sich Anregungen fĂźr kĂźnftige Fahrzeuge zu holen. Die Baureihe 420 selbst konnte ohnehin nicht verwendet werden, da dies groĂe Umbauten in den Stationen bedingt hätte, die Anschaffung einer umkonstruierten Variante des Fahrzeuges wurde allerdings erwogen.cite-ref-44[44] Wegen der geplanten Erweiterung des S-Bahn-Verkehrs wurden von 9. bis zum 29. November 1992 Fahrzeuge der S-Bahn ZĂźrich im Fahrgastbetrieb eingesetzt, um die Akzeptanz der Doppelstockwagen bei den Kunden zu testen. Im Gegensatz zu den frĂźheren Testfahrten auf der Franz-Josefs-Bahn waren diesmal komplette Garnituren mit der SBB Re 450 und Steuerwagen im Einsatz. FĂźr die Stammstrecke wurden solche Fahrzeuge dann aber vorläufig nicht in Betracht gezogen.cite-ref-45[45] Anfang der 1990er Jahre war die Anschaffung neuer Fahrzeuge geplant (vorgesehene Bezeichnung: 4021), wobei mehrere Firmen Angebote machten. Von AEGcite-ref-46[46] und Bombardier gab es nur Konzepte; die Jenbacher Werke boten eine Variante des Integral an,cite-ref-47[47] und SGP baute einen Versuchsträger aus dem alten Steuerwagen 6130.003, der â in Anlehnung an ihren StraĂenbahnwagen ULF â den Spitznamen Schnulf erhielt. Diese Konzepte wurden aber wegen der hohen Preise bald ad acta gelegt. Auf der S40 wurde auch planmäĂig mit Wendezug-Garnituren gefahren. AuĂerdem sind seit Dezember 2003 RegionalzĂźge (Doppelstockwendezug mit ĂBB 1116), als âDurchbinderâ bezeichnet, unterwegs. Sie verbinden die Regionen nĂśrdlich (Retz, Bernhardsthal) mit der sĂźdlich von Wien (Wiener Neustadt, Payerbach). Auf der S50 sind wochentags planmäĂig ein- und zweistĂśckige Wendezuggarnituren im Einsatz, auf der S40 ist in der FrĂźh auf einzelnen Fahrten einer der dreiteiligen doppelstĂśckige WendezĂźge im Einsatz, welche sonst den Verkehr Richtung GmĂźnd abwickeln.
Tarif
Bei der WiedererĂśffnung der Verbindungsbahn im Jahre 1959 musste noch der normale Eisenbahntarif gezahlt werden. FĂźr die Streckenabschnitte zwischen Hauptzollamt und Floridsdorf gab es allerdings ermäĂigte Wochenkarten sowie SchĂźlermonatskarten, die nur an den BahnhĂśfen der Strecke erhältlich waren.cite-ref-48[48]
Ab 27. März 1961 waren StraĂenbahnfahrscheine in den ZĂźgen zwischen Hauptzollamt und Floridsdorf gĂźltig. Mit der ErĂśffnung der Schnellbahn 1962 wurde der Geltungsbereich auf die ganze Stammstrecke von Floridsdorf bis Meidling ausgeweitet; allerdings nicht fĂźr alle ZĂźge, sondern nur fĂźr die eigentlichen SchnellbahnzĂźge und den Wiener Abschnitt der Pressburger Bahn. Da auch die anderen ZĂźge teilweise mit der Reihe 4030 gefĂźhrt wurden, kam es oft zu Verwirrungen, die erst mit EinfĂźhrung des Verkehrsverbundes beseitigt wurden.
Der Einheitstarif wurde am 2. Jänner 1967 auf die gesamte S-Bahn-Strecke in Wien zwischen Liesing und Strebersdorf bzw. SĂźĂenbrunn ausgedehnt. 1971 wurden eigene Streckenkarten fĂźr die Schnellbahn eingefĂźhrt.cite-ref-49[49]
Mit der EinfĂźhrung des Verkehrsverbundes Ost-Region (VOR) 1984 wurde der Betrieb der Wiener S-Bahn in den Verbundtarif eingebunden. Dadurch entstanden nur wenige Ănderungen,cite-ref-50[50] weil der Wiener Einheitstarif als Teil des VOR-Tarifs beibehalten wurde. Die S-Bahn kann seitdem zum Verbundtarif benutzt werden; zusätzlich gelten auch Fahrkarten nach dem ĂBB-Tarif. Die Haltestellen und BahnhĂśfe sind mit Fahrkartenautomaten sowie mit Entwertern fĂźr Vorverkaufs-Fahrscheine ausgestattet, an einigen Verkehrsstellen gibt es auch Schalterverkauf. Fahrkartenverkauf durch Schaffner im Zug war innerhalb Wiens nie mĂśglich; viele VOR-Strecken auĂerhalb Wiens wurden in letzter Zeit auf Selbstbedienung umgestellt. Hier muss man wie etwa auch in der U-Bahn bereits vor Fahrtantritt einen gĂźltigen Fahrausweis besitzen, andernfalls werden 105 Euro (bzw. 135, sofern nicht umgehend in bar bezahlt werden kann) verrechnet.
Logo
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Hauptartikel
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âS-Bahn-Logoâ im Artikel S-Bahnen in Ăsterreich
FĂźr die Schnellbahn wurde ein blaues Logo mit einem stilisierten âSâ geschaffen. Es stellt den Verlauf der Stammstrecke abstrahiert dar und soll auĂerdem Schnelligkeit symbolisieren. Mit der EinfĂźhrung von S-Bahn-Systemen auĂerhalb Wiens entstand auch ein neues Logo mit abgerundetem S und einem helleren Hintergrundfarbton. Die Wiener S-Bahn sollte dabei ursprĂźnglich ihr âeckigesâ Logo behalten. Diese Entscheidung wurde mittlerweile jedoch wieder verworfen â bei Neubauten kommt nur noch das ârundeâ Logo zum Einsatz. Nichtsdestotrotz ist das eckige Logo noch an vielen Stationen im Wiener Verkehrsnetz zu finden.
Information
Etwa zwanzig Sekunden vor Einfahrt in die Stationen lĂśsen die ZĂźge durch einen Kontakt eine Einfahrtansage aus. DafĂźr wurden anfangs 30-spurige Tonbandgeräte der Firma NIWE verwendet. Die Texte wurden bis 1978 von Herbert Suchanek (1926â2004) gesprochen. Er war zwar frĂźher Bahnhofsvorstand des Aspangbahnhofes, bekannt wurde er aber als Moderator der Radiosendung Autofahrer unterwegs. Seit 1979 stammen sie wie auch sonst bei den ĂBB von der ehemaligen Fernsehsprecherin Chris Lohner. Zusätzlich wurden auch die Tonbandansagen fĂźr den nächsten Halt eingefĂźhrt. Die grĂśĂten Ănderungen im Wortlaut der Einfahrtsansage waren die EinfĂźhrung der Bahnsteig- anstelle der Gleisnummern in den 90er Jahren und die EinfĂźhrung des Begriffes S-Bahn 2005. Kleinere Ănderungen in den Warnungen gab es immer wieder, um die Aufmerksamkeit der Fahrgäste zu erhĂśhen. Bei der Stationsansage wurde 2007 aus GrĂźnden der Internationalität das âNächster Haltâ mit âNext Stopâ ergänzt. In den neuen Triebwagen der Reihe 4024 entfiel der Gong vor der Ansage. FĂźr die Triebwagen der Reihen 4744/4746 wurde ein neues Konzept entworfen: Bei der TĂźrverriegelung: âZug nach ... Nächster Halt/Next Stop ...â; vor der Station: âIn KĂźrze erreichen wir/Next StopâŚâ; bei der TĂźrfreigabe: âStation ... Ausstieg in Fahrtrichtung ...â.
Nach ersten Tests auf dem Westbahnhof wurden auf der S-Bahn erstmals in Ăsterreich automatische Zugzielanzeigen verwendet, die von Leitstellen ferngesteuert werden. In der ursprĂźnglichen Fassung bestanden sie aus Rollbandaggregaten mit einer gelb bedruckten Polyethylenfolie, die von Leuchtstofflampen bestrahlt wurden. Diese konnte man mit LĂśsungsmitteln abwaschen und neubedrucken. Die SignalĂźbertragung geschah mittels eines Wechselstrom-Impulstelegramms.cite-ref-51[51] Wegen der langen Umstellzeit von bis zu 70 Sekunden wurden die Anzeigen in den 1980er Jahren gegen Palettenanzeiger ausgetauscht. Heutzutage befinden sich an den Bahnsteigen LCD-Anzeigen.
In manchen Stationen befinden sich noch Leuchtanzeigen mit drei oder vier Reihen, die die Fahrgäste einst im StĂśrungsfall Ăźber Vorfälle und MaĂnahmen informierten. Diese wurden gleichzeitig mit den Entwertern eingefĂźhrt, finden heutzutage jedoch keine Verwendung mehr. Die oberen beiden Reihen enthielten feste Texte: Mit Verspätungen und Zugausfällen ist zu rechnen. und Es wird empfohlen, andere Ăśffentliche Verkehrsmittel zu benĂźtzen! Die anderen Texte waren ortsabhängig.
Mit Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 wurden die Ansagen und Anzeigen auf der Stammstrecke auf ein neues System umgestellt, bei dem der letzte Halt auf der Stammstrecke und danach der Hinweis weiter nach: Endbahnhof des Zuges angezeigt/angesagt werden. Bei StĂśrungen und grĂśĂeren Verspätungen (Wartezeiten von 15 min und mehr) wird auf das alte System umgeschaltet, da ansonsten die Ăbersicht fĂźr die Fahrgäste verlorengeht.
Sicherungsanlagen
Anlässlich des Schnellbahnbaues wurden praktisch die gesamten Sicherungsanlagen der Stammstrecke erneuert. Im Bahnhof Meidling blieb jedoch vorerst das markante alte elektromechanische Reiterstellwerk bestehen, das noch aus der Zwischenkriegszeit stammte. Zwischen Meidling und Matzleinsdorf gab es noch zwei weitere Stellwerke aus der Anfangszeit der S-Bahn (Bauart EM 55) sowie ein Provisorium aus dem Jahr 1971. Alle diese Stellwerke (auĂer dem Reiterstellwerk) wurden ab 2. Juni 1969 durch das Zentralstellwerk Matzleinsdorf ersetzt, das aber neben der S-Bahn auch andere Strecken in der Umgebung fernsteuert. Wegen des Baus der neuen Strecke am sĂźdlichen GĂźrtel wurde auĂerdem 1969 das Stellwerk Matzleinsdorf (EM 55) errichtet. Ein weiteres Stellwerk der Bauart EM 55 entstand anlässlich der Stilllegung des Aspangbahnhofes bei der Abzweigung der Flughafenschnellbahn. Im Bereich Wien Mitte gibt es ein elektrisches Stellwerk in Drucktastentechnik. Beim Bahnhof Praterstern wurde ein neues Zentralstellwerk in Relaistechnik errichtet, welches das grĂśĂte der gesamten S-Bahn ist. Ein weiteres Zentralstellwerk befindet sich in Floridsdorf. Auf der Stammstrecke wurden auĂerdem eine Gleisfreimeldeanlage und eine Zugnummernmeldeanlage in Relaistechnik eingerichtet, die 1981 auf Computerbetrieb umgestellt wurde. Die INDUSI wurde auf der Stammstrecke am 2. Dezember 1974 in Betrieb genommen, auf den nĂśrdlichen AuĂenstrecken in vereinfachter Version am 8. April 1976; der SĂźdbahnabschnitt wurde schon frĂźher, ab 19. September 1972, damit ausgestattet. Bis 1982 wurde Matzleinsdorf zum grĂśĂten Stellwerk Ăsterreichs ausgebaut, in dem auch zwei Fahrdienstleiter Dienst versehen. Dies geschah auch in Zusammenhang mit der EinfĂźhrung der RechnergestĂźtzten ZugĂźberwachung (RZĂ). UrsprĂźnglich wurde der S-Bahn-Verkehr von einem Disponenten Ăźberwacht, der fernmĂźndlich von den Fahrdienstleitern informiert wurde. Mit Verdichtung des Verkehrs war diese Methode nicht mehr mĂśglich. Die RZĂ besteht aus vier Teilen: der Verkehrslenkzentrale, den Informationsanlagen fĂźr die Fahrgäste, der ZugĂźberwachungsfernsprecheinrichtung fĂźr direkten Kontakt zwischen Fahrdienstleiter und Disponenten sowie dem Zugfunk (Probebetrieb ab 1986). Die Verkehrslenkzentrale dient der Ăberwachung des S-Bahn-Bereiches der Stammstrecke und der anschlieĂenden AuĂenstrecken. Zur Zugverfolgung wird eine computergesteuerte Zugnummernmeldeanlage verwendet. Dem Bau dieses Zentralstellwerks fiel das charakteristische Reiterstellwerk im Bahnhof Meidling zum Opfer. Weitere sicherungstechnische MaĂnahmen waren 1983 die Errichtung zusätzlicher Zentralstellwerke in Liesing und SĂźĂenbrunn, die VerkĂźrzung der Blockabstände, die EinfĂźhrung des Gleiswechselbetriebs und die automatische Zuglenkung im Bereich der Zentralstellwerke durch Lenkziffernerkennung. Die neue Verkehrslenkzentrale und die ZugĂźberwachungsfernsprecheinrichtung wurden nach dreijähriger Bauzeit 1983 fertiggestellt. Der Zentralrechner befand sich am Standort der Bundesbahndirektion, war mit sechs Bahnhofsrechnern in Liesing, Matzleinsdorf, Wien Mitte, Wien Nord, Floridsdorf und SĂźĂenbrunn verbunden und bekam von ihnen die Meldungen Ăźber die Zugfahrten. Auf zwei Bedienplätzen konnte das Verkehrsgeschehen mittels Streckenspiegel (Standort der ZĂźge in den einzelnen Zugfolgeabschnitten) und Bildfahrplänen beobachtet und disponiert werden. Die ZugĂźberwachungsfernsprecheinrichtung ermĂśglichte dem Disponenten, mit dem zuständigen Fahrdienstleiter zu kommunizieren. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 225 Millionen Schilling.cite-ref-52[52]cite-ref-53[53] In der ZugfĂśrderungsleitung Floridsdorf wurde 1988 ein neues Zentralstellwerk (Bauart: modifiziertes VGS80) erĂśffnet. Von 1999 bis 2002 wurde hier dann fĂźr den Bahnhof Floridsdorf ein neues elektronisches Zentralstellwerk errichtet, das auch die Aufgaben des Bahnhofes Jedlersdorf Ăźbernahm.
Wartungsanlagen
In der Hauptwerkstätte Floridsdorf (heute ein âTechnische Servicesâ-Standort) wurde fĂźr die S-Bahn eine eigene ZugfĂśrderungsstelle eingerichtet, die in die ZugfĂśrderungsleitung Wien-Nordwest eingegliedert war. Nachdem diese schon im Mai 1962 geschlossen worden war, wurde sie durch die neue ZugfĂśrderungsleitung Wien-Nord ersetzt. Wegen der starken Zunahme des Schnellbahnverkehrs war Floridsdorf jedoch ab September 1975 (rĂźckwirkend ab 1. Jänner) eine selbständige ZugfĂśrderungsleitung. Anlässlich des Schnellbahnbaus wurden in Floridsdorf eine neue Triebwagenhalle erbaut und die bereits bestehende von sechzig auf achtzig Meter verlängert. In der neuen Halle gab es je vier Gleise mit und ohne Oberleitung; Revisionsgruben und Waschplätze befanden sich auĂerhalb daneben. Trotzdem herrschte dort ständig Platzmangel. 1965 wurde die Anlage um fĂźnf weitere Gleise erweitert und erhielt 1976 eine zweite Ausfahrt in Richtung Gänserndorf. 1981 kamen eine neue Halle und weitere Gleise im Freien dazu. Ein grĂśĂerer Ausbau erfolgte aber erst ab 1987. Dabei wurde auch eine halbautomatische Waschanlage in Betrieb genommen. Mit der Inbetriebnahme des neuen Zentralstellwerkes im Jahre 1988 konnte der Betrieb vereinfacht werden und erforderte nurmehr zehn Mitarbeiter. Am 19. Juni 2007 wurde die alte Waschanlage durch eine vollautomatische â die erste in Ăsterreich â ersetzt. Mit ihr ist auch ein Winterbetrieb mĂśglich. Der GroĂteil der Anlagen in Floridsdorf wurde in den letzten Jahren verkleinert, und zahlreiche Gebäude wurden geschleift. Auf den freigewordenen Flächen wurde die Klinik Floridsdorf errichtet.
Stromversorgung
Der Energiebedarf betrug nach der Betriebsaufnahme der S-Bahn etwa 60.000 kWh pro Werktag. Die Stromversorgung Ăźbernahmen das Unterwerk Meidling und der damit verbundene Schaltposten Floridsdorf Ăźber eine 55-kV-Leitung, die aber aus KostengrĂźnden nur mit 15 kV betrieben wurde. Das Unterwerk Meidling war Ăźber zwei 55-kV-Kabelschleifen und Ăźber das Unterwerk HĂźtteldorf an das Umformerwerk Auhof angeschlossen. Der Fahrdraht bestand aus Hartkupfer mit einem Zusatz von 1 % Cadmium. Diese einseitige Netzanspeisung bereitete immer Probleme. AuĂerdem erforderte der zunehmende S-Bahn-Verkehr eine Erneuerung und Verstärkung der Anlagen. 1974 wurde daher eine 55-kV-Kabellinie zwischen der Netzkuppelanlage Simmering und der Verbindungsleitung an der Stammstrecke zum Unterwerk Meidling bei der Adolf-Blamauer-Gasse errichtet und Floridsdorf von hier angespeist â allerdings wieder nur mit 15 kV. 1983 wurde Floridsdorf zu einem eigenen Unterwerk ausgebaut, das zusätzlich durch ein eigenes Kabel von HĂźtteldorf aus versorgt wird. Dadurch entstand ein Ringnetz mit hoher Versorgungssicherheit. Von 1984 bis 1987 wurde die komplette Oberleitungsanlage der Stammstrecke erneuert. Der Fahrdraht besteht nun aus einer Silber-Kupfer-Legierung, der Leitungs- und der Tragseilquerschnitt wurden erhĂśht.cite-ref-54[54] Ab 2002 wurde das Ăbertragungskabel tatsächlich auf 55 kV umgestellt, aber aufgetrennt, um die Verbindung von Simmering einschleifen zu kĂśnnen. Aus SicherheitsgrĂźnden wurde dann noch eine weitere Ăbertragungsleitung von Kledering Ăźber Stadlau nach Floridsdorf gebaut, um einen Ringschluss herzustellen.
Unfälle
Auf der S-Bahn gab es verhältnismäĂig wenige Unfälle. Bei den meisten BetriebsstĂśrungen waren auch keine Verletzten zu beklagen. Im Februar 1965 kam es sogar vor, dass eine entkuppelte Doppelgarnitur, die nur durch Vielfachsteuerung und Bremsschläuche zusammengehalten wurde, die gesamte Stammstrecke befuhr, ohne dass dies zunächst aufgefallen wäre.
Unfälle mit Personenschaden:
⢠10. Dezember 1964: Durch eine unter dem Zug gestellte Weiche entgleiste ein Zug im Bereich Abzweigung Kliebergasse, der dadurch mit einer Mauer kollidierte. Es gab fĂźnf Verletzte. Der Unfall hatte eine Betriebsunterbrechung von 32 Stunden zur Folge. AuĂerdem konnten erstmals gewĂśhnliche ZĂźge zwischen Meidling und SĂźdbahnhof mit StraĂenbahnfahrscheinen benutzt werden.cite-ref-55[55]cite-ref-56[56]
⢠16. Februar 1968: Wegen Nichtbeachtung eines Signals kam es zu einem Zusammenstoà zweier Zßge, wobei sieben Personen leichte Verletzungen erlitten.cite-ref-57[57]
⢠17. Jänner 1980: Durch unerlaubten Verschub stieà ein S-Bahn-Zug in Bad VÜslau mit einem Gßterzug zusammen. Der Unfall forderte 14 Leichtverletzte.cite-ref-58[58]
⢠9. November 1991: Der schwerste Unfall in der Geschichte der Schnellbahn ereignete sich im Bereich von SĂźĂenbrunn, als ein aus Wolkersdorf kommender Zug der Linie S2 ein Ausfahrsignal Ăźberfuhr und bei der Abzweigung von der Nordbahn mit einem Regionalzug kollidierte. Dadurch entgleiste ein Zwischenwagen des Regionalzugs und ragte in das Gleis der Gegenrichtung. Ein entgegenkommender Zug der Linie S1 konnte nicht mehr bremsen und wurde auf der Seite aufgeschlitzt. Dabei kamen vier Personen ums Leben, 40 weitere wurden zum Teil schwer verletzt.cite-ref-59[59]
⢠18. Februar 1993: Ein Regionalzug ßberfuhr im Bahnhof Hßtteldorf ein Ausfahrsignal. Trotz Schnellbremsung kollidierte der Zug mit einer entgegenkommenden Garnitur der Linie S50. Der Triebfahrzeugfßhrer dieses Zuges und zwei weitere Reisende wurden getÜtet, 25 verletzt.
⢠17. November 1995: Ebenfalls im Bahnhof Hßtteldorf ßberfuhr ein Zug der Linie S45 ein Ausfahrsignal, prallte gegen einen Gßterzug und fiel zur Seite. In diesem Fall gab es aber glßcklicherweise nur sechs Leichtverletzte.
⢠14. Juli 2001: Wegen Bauarbeiten fßr den Lainzer Tunnel wurde im Bahnhof Unter Purkersdorf das Gleis 1 gesperrt und der Verkehr ßber Gleis 2 geleitet. Obwohl ein Regionalzug vor dem Gleiswechsel anhalten und das Freiwerden des Gleises abwarten sollte, fuhr er in das Gleis ein. Nach Erkennen des Halt zeigenden Ausfahrsignals fßhrte er zwar eine Schnellbremsung durch, konnte aber einen Frontalzusammenstoà mit einem Zug der Linie S50 nicht verhindern, obwohl auch dessen Triebfahrzeugfßhrer eine Schnellbremsung einleitete. Der Unfall forderte 21 Verletzte, davon vier schwer.
⢠17. November 2001: Ein umgeleiteter S-Bahn-Zug aus Wolfsthal fuhr im Bereich des Zentralverschiebebahnhofes Kledering in schrägem Winkel auf eine Lok der Reihe 1044 auf, da diese ein Verschubverbotsignal ßberfuhr. Sechs Personen wurden dabei verletzt.
⢠12. Mai 2004: Wieder in Unter Purkersdorf ereignete sich ein Zusammenstoà einer S50-Garnitur mit einem Gßterzug, wobei diesmal der S-Bahn-Zug ein Haltesignal ßberfuhr. Der Zug kippte zur Seite, wobei elf Personen leichtverletzt wurden.
⢠26. März 2009: Ein aus Richtung Tulln kommender, nach Wien Franz-Josefs-Bahnhof fahrender Personenzug kollidierte im Bereich des Bahnhofs Kritzendorf mit einem entgegengesetzt fahrenden GĂźterzug. Verursacht wurde der Unfall wahrscheinlich durch das Ăberfahren eines Haltesignals durch den PersonenzugfĂźhrer, wodurch elf Personen leicht verletzt wurden und drei Waggons sowie der Steuerwagen entgleisten bzw. umstĂźrzten und Ladegut verloren.cite-ref-60[60]
⢠9. Oktober 2009: Nahe der Haltestelle Matzleinsdorfer Platz kam es zu einer Kollision einer S-Bahn-Garnitur Richtung Wiener Neustadt Hbf. mit einem Bauzug. Der Unfall forderte 14 Verletzte, der Lokfßhrer des Oberbauzuges wurde schwerverletzt. Der Steuerwagen der Garnitur der Reihe 6020 kippte leicht zur Seite.
⢠21. Jänner 2013: Auf dem eingleisigen Abschnitt zwischen Hßtteldorf und Penzing kam es zu einem Frontalzusammenstoà zweier 4024-Garnituren der Vorortelinie S45. 41 Personen, unter ihnen einer der beiden Triebfahrzeugfßhrer, wurden zum Teil schwerverletzt.cite-ref-61[61]
⢠22. Dezember 2017: Im Bahnhof Kritzendorf kollidierte ein Zug der Linie S40 (Kritzendorf-Wien) seitlich mit einem Regionalexpress, der von Krems nach Wien unterwegs war. Dabei sprangen beide Zßge aus den Schienen, und ein Teil des REX-Zugs kippte seitlich um. 12 Personen wurden bei dem Zugunglßck verletzt.cite-ref-62[62]cite-ref-63[63]
Den grĂśĂten Sachschaden richtete eine Frontalkollision mit einer Lok der Reihe 1042 am 11. Juli 1969 im Bahnhof LandstraĂe an. Auf der Pressburger Bahn war besonders die Kreuzung mit der DanubiastraĂe bei MannswĂśrth gefĂźrchtet, die längere Zeit die gefährlichste Eisenbahnkreuzung Ăsterreichs war, bei der es einige Unfälle gab, auch mit Todesopfern unter den Autofahrern.cite-ref-64[64] Sie wurde inzwischen aber durch eine ĂberfĂźhrung ersetzt.
Ausbauplanungen
FrĂźhere Planungen
Um der drohenden Verkehrsprobleme der Stadt Herr zu werden, wurde schon 1955, also noch vor der SchnellbahnerĂśffnung, die 1. Wiener StraĂenverkehrsenquete abgehalten. Die zuständige Kommission empfahl seinerzeit schon, auch die Einbeziehung der Stadtbahnlinien in das S-Bahn-Netz zu untersuchen,cite-ref-65[65] was die Wiener Verkehrsbetriebe aber bereits damals ablehnten.
Das Konzept fĂźr die S-Bahn sah noch zusätzliche Stationen vor, die nie verwirklicht wurden, doch hatten diese Planungen durchaus Auswirkungen. So war beim Gaudenzdorfer GĂźrtel eine Haltestelle vorgesehen, wo man noch heute einen grĂśĂeren Gleisabstand sehen kann, der fĂźr den Bahnsteig freigehalten wurde. Der Verzicht auf die Wiederherstellung der ehemaligen Station Radetzkyplatz wurde erst 1982 entschieden. Bis dahin befand sich dort eine Langsamfahrstelle, da die BrĂźcke Ăźber die LĂśwengasse erst später erneuert werden konnte. Eine weitere Haltestelle war bei der UnterfĂźhrung des LandstraĂer GĂźrtels geplant. Die vorgesehene Haltestelle EngerthstraĂe wurde in veränderter Form 1996 als Handelskai verwirklicht.
Nachdem die Schnellbahn ein so auĂerordentlicher Erfolg wurde, entwarfen die ĂBB einen sehr umfangreichen Ausbauplan, der wieder die Stadtbahn, einige Neubaustrecken und beinahe alle Bahnlinien in der Umgebung von Wien enthielt. Sogar die inzwischen eingestellte Stammersdorfer Lokalbahncite-ref-66[66] hätte Ăźber eine Neubaustrecke bei Strebersdorf an das Wiener Eisenbahnnetz angebunden werden sollen. 1964 wurde dazu im SĂźd- und im Westbahnhof eine Ausstellung abgehalten.
Neben der Ausweitung des Netzes war vorgesehen, den Bahnhof Meidling zur PhiladelphiabrĂźcke zu verlegen, wobei der Bereich sĂźdlich der BrĂźcke Ăźberbaut und die Badner Bahn in den Bahnhof integriert werden sollten.cite-ref-67[67] AuĂerdem war eine Stadtbahnverlängerung bis hierher vorgesehen. Tatsächlich realisiert wurde von den ausgestellten Vorschlägen viel später die Ăberbauung des kompletten Bahnhofes Wien Mitte.
Nach dem Beschluss zum Bau einer U-Bahn in Wien entstanden zahlreiche EntwĂźrfe fĂźr U- und S-Bahn-Netze, die von der Magistratsabteilung 18 (Stadtplanung) der Stadt Wien, dem Zivilingenieur Rupert Schickl und dem TU-Professor Edwin Engel ausgearbeitet wurden. Darunter waren auch wieder einige EntwĂźrfe, die eine Umstellung der Stadtbahn auf S-Bahn-Betrieb beinhalteten, was aber die WVB wieder ablehnten, da sie Bedenken hatten, dass UnregelmäĂigkeiten auf den AuĂenstrecken dem Betrieb hinderlich sein kĂśnnten. In den 1970er Jahren war der viergleisige Ausbau der Strecke MeidlingâLiesing ein bevorzugtes Projekt der Wiener Stadtplanung, wurde aber von den ĂBB abgelehnt.cite-ref-68[68]
1977 beschäftigten sich die Baudirektion der ĂBB und die Magistratsabteilung 18 mit einem Projekt fĂźr einen Zweisystembetrieb auf der U-Bahn-Linie U3, wobei ZĂźge der Westbahn und zum Flughafen eingebunden werden sollten.
1996 wurde von Stadt Wien und Bund ein Ausbauprogramm vereinbart, das neben dem Bau der Flughafenschnellbahn auch die Verlängerung der S45 bis zum Praterkai und einen recht aufwändigen Ausbau der Linie S80 vorsah. Diese Planungen fielen aber der Verlängerung der U-Bahn-Linie U2 zum Opfer. AuĂerdem sah das Konzept der ĂBB verdichteten Verkehr auf den meisten Strecken und die VerknĂźpfung von S7, S60 und S80 am SĂźdtiroler Platz vor.cite-ref-69[69]
Weitere Planungen
Forderungen nach Verlängerung der S7 bis Bratislava werden seit 1990 vorgebracht; die Realisierung scheiterte bisher daran, dass die ehemalige Gleistrasse von der Endstation Wolfsthal bis zur Staatsgrenze zur Slowakei verkauft und teilweise ßberbaut wurde.
Im Dezember 2014 wurde im Zuge des Neubaus des Wiener Hauptbahnhofes am Gelände des ehemaligen SĂźd- und Ostbahnhofs der Bau einer Verbindung der Ostbahntrasse mit der Strecke der Flughafenschnellbahn fertiggestellt, um eine optimale Anbindung an den Flughafen Wien-Schwechat zu schaffen. Die zweigleisige Verbindung wurde im Bereich Zentralverschiebebahnhof / Kledering / Zentralfriedhof errichtet und wird seit 14. Dezember 2014 fahrplanmäĂig befahren.cite-ref-70[70] Die neue Verbindung kĂśnnte laut Plänen der ĂBB bei entsprechender Finanzierung durch die Länder Wien und NiederĂśsterreich als S75 vom Flughafen zum Wiener Hauptbahnhof und danach weiter Ăźber die S-Bahn-Stammstrecke nach Wien Meidling bis Wien HĂźtteldorf gefĂźhrt werden.cite-ref-oebb-sbahnwien2012ff-71-0[71]
Die Wiener Verbindungsbahn, die durch den Lainzer Tunnel spĂźrbar entlastet wurde, soll zwischen HĂźtteldorf und Meidling ebenfalls eine Aufwertung erfahren. So sollen neben einer kompletten Sanierung und groĂflächigem Ersetzen von BahnĂźbergängen durch Ăber- und UnterfĂźhrungen die beiden Stationen Hietzinger HauptstraĂe und StranzenbergbrĂźcke neuerrichtet werden.cite-ref-72[72] Mit Stand 2020 sollen die Vorarbeiten etwa 2023 beginnen, die Fertigstellung soll voraussichtlich 2027 erfolgen.cite-ref-73[73] Der Ausbau der Verbindungsbahn ist auch Voraussetzung fĂźr eine Verdichtung des Taktes der S80.
Bereits im Masterplan Verkehr 2003 war die Verlängerung der S45 entlang der Donau vom bisherigen Endpunkt Handelskai Ăźber die Donauuferbahn zum Praterkai vorgesehen.cite-ref-74[74] Dieser Ausbau wäre auch Teil des wiederholt geforderten S-Bahn-Rings.cite-ref-75[75] Im Jahr 2023 hatten die ĂBB die Errichtung eines S-Bahn-Rings in einer Studie geprĂźftcite-ref-wien-orf-at-red-2023-t324-76-0[76] mit dem Ergebnis, dass die FĂźhrung mit zwei Halbring-Linien die bessere Variante ist. Durch Verlängerung der S45 Ăźber ReichsbrĂźcke und Donaumarina bis zur Haltestelle Praterkai, die dementsprechend zur Umsteigstelle ausgebaut werden wĂźrde, soll diese gemeinsam mit der S80 einen Ring bilden.cite-ref-77[77]
2014 hatte der Verkehrsverbund Ost-Region ein internes Papier ausgearbeitet, welches an die Ăffentlichkeit gelangte, in dem eine Verbindung des Franz-Josefs-Bahnhofs mit den sĂźdlichen Strecken mittels eines sogenannten âCitybahntunnel Wienâ vorgeschlagen wurde.cite-ref-der-standard-2014-c983-78-0[78] Solche Forderungen nach einer weiteren S-Bahn-Achse wurden von den ĂBB aber abgelehnt.cite-ref-79[79]
Siehe auch
Literatur
⢠Die Wiener Schnellbahn. Ein Beitrag der Ăsterreichischen Bundesbahnen zur LĂśsung der Verkehrsprobleme in der Bundeshauptstadt. BroschĂźre zur ErĂśffnung der Wiener Schnellbahn, ĂBB (Hrsg.), Wien 1962.cite-ref-80[80]
⢠Eisenbahnatlas Ăsterreich. Schweers + Wall, KĂśln 2005, ISBN 3-89494-128-6.
⢠Franz Haas: Die Wiener Schnellbahn. Stammstrecke FloridsdorfâMeidling. Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-084-7.
⢠Alfred Horn: Die Wiener Schnellbahn und ihre Fahrzeuge. Bohmann Verlag, Wien 1976, ISBN 3-7002-0437-X.
⢠Ernst Kurz: Die städtebauliche Entwicklung der Stadt Wien in Beziehung zum Verkehr. Magistrat der Stadt Wien (MA18), Wien 1981.
⢠Hans Lehnhart: 25 Jahre Wiener Schnellbahn. VOR, Wien 1987, Festschrift.
⢠Hermann Strach (Hrsg.): Die Geschichte der Eisenbahnen der Üsterreichisch-ungarischen Monarchie. Karl Prochaska, Wien-Teschen-Leipzig 1898 (Nachdruck Archiv-Verlag, Wien 2000; DVD-Ausgabe von bahnmedien.at, Wien, 2013).
⢠Peter Wegenstein: Die Verbindungsstrecken im Raume Wien. Verlag Pospischil, Wien 1991.
⢠GĂźnter Kettler: Elektrotriebwagen der ĂBB Verlag Peter Pospischil, Wien 1983
⢠GĂźnter Kettler: Elektrotriebwagen der ĂBB. 4041â4124; (behandelt alle auf der S-Bahn Wien bis zur Erscheinung des Buches eingesetzten Triebwagen), Verlag bahnmedien.at, Wien 2013, ISBN 978-3-9503304-3-4.
Weblinks
Commons
: S-Bahn Wien
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
⢠ĂBB Personenverkehr: S-Bahn Wien
⢠Projektwebsite S-Bahn Wien Upgrade, ĂBB-Infrastruktur
⢠Eintrag zu 50 Jahre Wiener Schnellbahn im Austria-Forum (als Briefmarkendarstellung)
Einzelnachweise
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cite-note-33. â Schnellverbindungen in Wien. (PDF) Wiener Linien, abgerufen am 20. Januar 2020.
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cite-note-az-1959-6-2-3-77. â Vorläufig ohne Stromlinienfasson: Die Schnellbahn macht den Arbeitsweg kĂźrzer. Nach einer flauen Premiere viel Zustimmung am ersten Werktag. In: Arbeiter-Zeitung. Wien,â 2. Juni 1959, S. 3, Mitte. ; Der Dampfbetrieb ist nur ein Provisorium: Modernste TriebwagenzĂźge fĂźr die Schnellbahn. Schnellbetrieb freilich erst nach der Fertigstellung der ganzen Strecke. In: Arbeiter-Zeitung. Wien,â 18. August 1959, S. 2.
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